Mittwoch, 25. Juni 2014

9. Überraschungspaket Leo


Bei dieser Geschichte musste ich sehr schmunzeln. Sie wird erzählt von Leo - ihr kennt wohl eher seine Partnerin Lucy und ihr Frauchen :) Heute kommt er mal zu Wort und dann auch noch mit einem super Tipp:


Wie der Hund ins Bett kam

Hallo, ich bin Leo. Ich bin ein Parson Russell Terrier (ja, genau, ich bin KEIN Jack Russel Terrier, ich habe lange Beine und bin ein toller Kerl) und mittlerweile 7 Jahre alt. Vielleicht kennt ihr ja meine Lebensgefährtin, die Lucy. Die ist ja hier im Internet öfter unterwegs, weshalb ich jetzt auch klar gemacht habe, dass ich jetzt mal dran bin, also mit erzählen. Ist ja auch ungerecht, wieso soll bloß die immer was erzählen, dabei habe ich doch eh viel mehr zu sagen als die. Und älter bin ich auch!! Mein Frauchen hat gesagt, wir sollen hier eine Überraschungsgeschichte erzählen und da ist mir direkt eingefallen, wie ich meine Familie das allererste Mal so richtig überrascht habe. Jemand überraschen ist ja eigentlich nicht schwer, wenn man so ein kluger und gewitzter Kerl wie ich ist. Also, nicht dass ich mich jetzt selber loben will, aber man kann ja ruhig zu seinen Stärken stehen, findet ihr nicht?

So, genug dumm rumgeschlabbert, jetzt zu meiner Geschichte:

Als ich vor 7 Jahren hier bei meiner Familie eingezogen bin, fing für mich ein richtig tolles Leben an. Also, nicht dass es mir vorher schlecht ging, mir ging es eigentlich vom ersten Tag an gut. Ich hatte klasse Eltern mit einem tollen Zuhause. Und ich hatte das seltene Glück, dass ich die ersten Wochen mit Mama UND Papa verbringen durfte. Aber trotzdem, mit dem Einzug bei meiner Familie wurde ich zum „King of Rock n´ Roll“. Ich wurde verhätschelt und vertätschelt. Alle liebten mich, den süßen kleinen PRTerrier mit den drei Farben. Ich durfte ganz viel, alle haben sich um mich bemüht, mit mir gespielt und geschmust. Ich bekam quasi alles auf dem Silbertablett serviert. Es ging mir super und ich fühlte mich rundum wohl. Es gab nur eine Sache, die ich ABSOLUT nicht durfte, die KONSEQUENT eingehalten wurde: Ich durfte, zu meinem Leidwesen, nicht mit ins Bett von Herrchen und Frauchen. Nachts musste ich immer GANZ ALLEINE in meinem Körbchen neben dem Bett schlafen. Und das hat mir nicht gefallen.

Aber wie ich schon sagte, ich bin ja klug und gewitzt (jaja, und stehe zu meinen Stärken!), also habe ich mich gefragt, wie ich diesen Zustand zu meiner Zufriedenheit ändern könnte. Ich dachte mir, ich müsste einen Moment erwischen, wo die beiden gut gelaunt sind. Außerdem müssten sie am besten ein bisschen geschwächt sein, damit sie sich nicht gleich so wehren können. Und es wäre günstig, wenn sie es nicht gleich direkt mitkriegen. Das war deshalb wichtig, weil, wie ja jeder weiß, der sich mit Hundeerziehung auskennt, man einem Hund ja nicht etwas verbieten kann, was man ihm einmal erlaubt hat. Das versteht ein Hund dann nämlich nicht … Ja, und dann habe ich gewartet …

Bis die Nacht der Nächte kam. Eines schönen Tages, es muss ein Freitag oder ein Samstag gewesen sein, musste ich den Abend alleine mit den Kindern, ohne Herrchen und Frauchen verbringen. Die beiden sind zu einer Party gegangen und haben gefeiert. Wir haben uns die Zeit auf der Couch mit kuscheln, dösen und Flimmerkiste schauen vertrieben, bis Herrchen und Frauchen wieder nach Hause zurück kehrten. Dann bin ich wie immer brav in mein Körbchen schlafen gegangen …

Ja, und am nächsten Morgen, als die beiden aufwachten, was meint ihr, wer gemütlich zwischen ihnen, unter die Decke gekuschelt lag? Ja, richtig, ich!! Zu ihrer beider Überraschung!! Und von da an immer …

Also, ich kann euch nur raten, liebe Hundekumpels: Wenn ihr mal was habt, was ihr UNBEDINGT durchsetzen wollt, wartet auf den richtigen Moment. Und es kann sehr hilfreich sein, wenn eure Menschen etwas geschwächt sind, z.B. wie in meinem Fall, durch den Konsum von Alkohol. Und euch Menschen gebe ich auch einen Tipp: KEIN Alkohol, wenn ihr einen Hund erziehen wollt!

Herzliche Schlabbergrüße

vom klügsten und gewitztesten PRTerrier



Euer Leo

Kommentare:

  1. Hey Leo,

    eine tolle Idee! So schafft man es garantiert, ins Bettchen zu dürfen. Aber sag, wie alt warst du denn, als du das endlich geschafft hast? Ich habe das gleich nach ein paar Tagen gemacht. Das Frauchen war vom nächtlichen Rausgehen geschwächt. Als ich dann, nachdem ich um drei schon draußen war, um fünf wieder fiepte (ich schlief im Umzugskarton neben dem Bett, Frechheit) hat sie mich zu sich geholt und ich hab noch zwei Stunden friedlich geschlafen. Die nächste Nacht kam ich schon um drei und schlief wieder beim Frauchen bis um sieben. Die Nacht darauf kam ich um eins zu ihr und ab da war es dann kein Problem mehr, dass ich ganz bei ihr bleiben durfte. Also Terrier wissen gaaaanz genau, wie sie sich ihre Menschen erziehen!

    Wuff-Wuff dein Chris

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    1. Im Menschen erziehen seid ihr Hunde wirklich gut ... und so konsequent ;)

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  2. Jetzt hab ich mich glatt 1,5 h an Eurem Blog festgelesen. Schöne Beiträge! :-)

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  3. Hallo Leo,
    DANKE für diesen Tipp, ich muss das unbedingt ausprobieren, denn auch ich darf nicht im Bett der Zweibeiner schlafen :-(
    Wuff, die Isi
    Liebe Isabella,
    ich freue mich so sehr, dass du die Idee mit den Überraschungsgeschichten hattest. Es sind ALLE Klasse.
    Liebe Grüße Heidi,
    mit Schlabberbussis von Isi für Damon & Laika

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    1. Dann warte nur auf den richtigen Moment :) Damon und Cara senden Dir auch Schlabberbussis und hoffen, Du schaffst es bald ins Bett.

      @ Heidi: Ich habe auch viel Spaß an den tollen Geschichten. Leider kommt dann nur noch eine.

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  4. Super, Leo, genauso geht's! Mich erinnert das an Ronny, meinen zweiten Hund. Ich hatte ihm zunächst beigebracht, nicht mit ins Bett zu hüpfen, denn damals hatte ich nur ein schmales Bett, und er war als Collie-Schäferhund-Mix nicht eben klein. Das war auch alles kein Problem, er schlief brav vorm Bett. Dann musste ich ihn für ein Wochenende bei einer Bekannten in eine Hundepension geben, und siehe da: Dort hat er es einfach mal frech versucht, und als ich ihn dann wieder abholte, meinte die Bekannte: "Er hat immer schön bei mir im Bett geschlafen." Ich so: "Ähm, das soll eigentlich nicht..." Als wir wieder zu Hause waren und ich abends ins Bett ging, hatte ich plötzlich auch so ein großes Überraschungspaket neben mir liegen -- und siehe da, es passte, und irgendwann nicht allzu viel später kaufte ich mir ein etwas breiteres Bett. :-) Seitdem durften und dürfen alle meine Hunde mit ins Bett -- denn ganz ehrlich, MIR würde auch was fehlen, wenn dem nicht so wäre. Man sieht daran aber, wie schlau Hunde sind. Oh, jemand anderes, da probiere ich es einfach mal, dachte sich Ronny. :-)

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    1. Clever gemacht ;) So hat es Dingo mal geschafft, sich eine Woche von geräucherter Putenbrust, gekochtem Schinken, Käse und Fleischwurst zu ernähren. Er war im Urlaub bei meiner Mutter und hat einen Tag lang kein Hundefutter genommen ... so fing es an und es endete mit etlichen Pfunden mehr auf der Waage :)
      Wenn es klappt, dann kann es ja nicht so falsch gewesen sein.

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  5. Im Wortsinn ein toller PR-Terrier ;) ... und was lernen wir daraus? Mit Alkohol bekommt man sogar Hunde ins Bett, oder so :D Eine schöne Geschichte von einem wirklich klugen Hund. Denn auf den richtigen Moment zu warten ist wirklich eine hohe Kunst!
    Herzliche Grüße aus der Wauzelwelt,
    Ralph

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    1. Ich freue mich schon darauf zu lesen, wann Bonus mal den "besonders richtigen Moment" erwischt hat :)

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  6. Nun Leo, das Ergebnis ist für Hundehalter nicht überraschend. Der Hund darf ins Bett, aber Deine Geschichte, wie es dazu kam ist natürlich megaschlau und überraschend. Welcher Hund nutzt die Partylaune seines Rudels aus, um seine Ziele zu erreichen. Gängige Methoden sind Jaulen, Winseln, lieb gucken….Sehr lustig und natürlich überraschend.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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    1. Ich fand das Timing auch perfekt gewählt ... da merkt man doch, wie leicht Hunde unsere schwachen Momente erkennen :)

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  7. Hahaha...jaja die Zweibeiner und ihre schwachen Momente :) das kenn ich nur zu gut ;)

    Liebe Wuffs,
    Amber ❤

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