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Dienstag, 3. Dezember 2024

Adventpause

 

"Wie wenig Lärm machen die wirklichen Wunder! Wie einfach sind die wesentlichen Ereignisse." (Antoine de Saint-Exupéry)

Für diese Adventszeit habe ich mir vorgenommen mich auf die Einfachheit zu konzentrieren und so viele Dinge wie möglich bewusst zu genießen. Deswegen habe ich mich auch zu einer längeren Pause entschieden … aber wir sehen uns hier sicher wieder.

Bis dahin wünschen wir euch eine wunderbare Adventszeit!

 


Sonntag, 17. Dezember 2023

Wir haben den Schnee genossen

 Ich muss zugeben, es war echt toll hier so vom Schnee verwöhnt zu werden - dicke Flocken, dicke Schneedecke und das über mehr als eine Woche ... seit unserem Umzug in den Norden haben wir das wirklich vermisst.

Aber nicht nur wir hatten Freude im Schnee - Roy fand das weiße Zeug auch echt klasse und könnte sich damit auch auf Dauer anfreunden ;)

An manchen Tagen hatten wir strahlend blauen Himmel

In der Kombination mit dem Schnee echt toll

Auch wenn nicht allen Richtungen so klasse aussahen - schön war es immer

Und Roy hatte auch viel zu schauen und noch mehr zu schnuppern

Wir waren an ganz unterschiedlichen Orten spazieren

Und auf einigen verschneiten Wiesen waren auch Schafe unterwegs

Roy hat Spuren hinterlassen

Aber ich bin sicher, den meisten Spaß hatte Roy bei uns daheim

Sieht das Haus unserer Nachbarn nicht toll aus im Schnee - ein echter Hingucker

Und hier ist der andere Hingucker - Roy im Glück

Er wartet auf die Schneebälle

So sieht echte Freude aus

Wilde Runden mit Herrchen und Frauchen drehen

Im tiefen Schnee versinken

Auf den nächsten Schneeball warten

Um dann die nächste ausgelassene Runde zu drehen

Kurvenlage hat der Kleine

Und den Schalk im Nacken

Wenn keiner mehr für ihn wirft, dann wirft er halt selbst ;)

Und schon rennt er wieder

Glücklich war er auch mit den Zaungästen - die beiden Ziehschafe unserer Nachbarn kamen gerne an den Zaun

Nur wollte Merte nicht mit ihm spielen- egal welche Mühe er sich gab :)

 Nach so einer richtigen Toberunde ist Roy dann auch entspannt, müde und glücklich - und auch wir freuen uns, wenn wir ihn so ausgelassen erleben können.

Wir wünschen euch einen schönen dritten Advent und hoffen, so langsam kehrt ach bei euch allen die Entspannung der Weihnachtszeit ein.



Sonntag, 10. Dezember 2023

Wenn die Adventsgrüße mal von jemand anderem kommen

 Es war genau heute vor zwei Wochen, da wurde ich bei einem Spaziergang mit Roy völlig überrascht - und hatte irgendwie das Gefühl, ich wäre in eine Zeitverschiebung geraten. Da war bei uns noch alles nass und grün ... und gut getarnt im Gras sah ich etwas oder eher jemanden:

Da lag er - ganz geduckt und ich war froh, dass Roy gerade auf der anderen Seite genug zu schnuppern hatte

Wer rechnet denn kurz vor dem ersten Advent mit dem Osterhasen ;)

 Aber ich muss gestehen, er hat mich auf eine Adventsidee gebracht - nämlich mal ein paar Dinge anderes als sonst zu machen ;) Natürlich will ich die Adventszeit nicht neu erfinden und es gibt sicher ganz vieles, das wir in jedem Jahr machen (Weihnachtskarten schreiben, das Haus etwas schmücken, Zeit mit Freunden verbringen uvm.)

Aber in diesem Jahr machen wir auch bewusst mal etwas ganz anderes - wir sagen zu einigen Dingen nein. Keine Geschenke innerhalb der Familie, keine "Anstands-Besuche" auf die eigentlich keiner Lust hat, keine Weihnachtsfeiern von Vereinen oder ähnlichem besuchen nur weil es sich so gehört... und statt dessen Zeit für uns haben und diese ganz bewusst erleben, nutzen und füllen mit Dingen, die wir wirklich wollen.

Wenn der Osterhase zu Weihnachten kommt, dann dürfen wir auch:

  • lieber einen Flohmarkt besuchen als einen Weihnachtsmarkt;
  • lieber unseren Tierärzten einen Überraschungsbesuch mit Punsch, heißem Apfelsaft und Plätzchen abstatten als der traditionellen Einladung der Nachbarin zum Eiergrog folgen;
  • lieber im Schnee den Grill nur für uns anwerfen als bei der Feuerwehr auf der Weihnachtsfeier verkohlte Bratwurst zu essen;
  • lieber mit Roy durch unseren Garten rennen als auf dem Weihnachtsbasar der Schule Zeug zu kaufen, dass keiner braucht;
  • lieber keine Geschenke kaufen und das gesparte Geld dem Tierheim bringen und den Mitarbeitern auch gleich noch ein paar Kekse - weil sie eine tolle Arbeit leisten.

Wir wünschen euch einen schönen zweiten Advent - und vielleicht motiviert euch der Osterhase ja auch zu etwas ;)


Montag, 12. Dezember 2022

Erinnerungen an Damon

 Auch die Erinnerung an Damon darf nicht fehlen - könnte sie auch nie. Er war ein echter Ausnahmehund für uns ... kleiner als wir es gewohnt waren, frecher , lernbegieriger und immer für einen Spaß zu haben. Mit ihm habe ich die ersten "Weihnachtbilder" gemacht - und er war der bisher einzige Hund, der mal geschaut hat was passiert, wenn man eingepackte Geschenke auspackt ;)



Freitag, 9. Dezember 2022

Erinnerungen an Dingo

 Wir denken natürlich an alle unsere Hunde - bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten. Mit dem Advent und Dingo verbinden wir den Diebstahl von Plätzchen bei meiner Mutter ... er sah wohl die Schale auf dem Couchtisch als Aufforderung an ;) Dingo mit seiner wunderbaren Art hat aber auch allen anderen Hunden den Weg in unser Haus und Herz geebnet.



Dienstag, 6. Dezember 2022

Erinnerungen an Shadow

 Auch heute sind die Erinnerungen an Shadow noch oft sehr schmerzhaft - gerade wenn ich an die Weihnachtsgeschichte im letzten Jahr denke. Der wunderbare kleine schwarze Kobold, der mit seinem großen Herzen Weihnachten gerettet hat ... wie furchtbar war es, dass dieses Herz im Februar nicht mehr schlagen wollte. 

Shadow hat sein Leben im Express-Tempo gelebt ... nie hätte ich das vermutet, als ich vor 2 Jahren dieses Bild zum ersten Advent zeigt.



Samstag, 3. Dezember 2022

Erinnerungen an Laika

 Der Advent ist aber auch mit den Erinnerungen an Laika eng verbunden - im Dezember vor 14 Jahren ist sie in unser Leben getreten. So viel haben wir von ihr und mir ihr gelernt ... ihre Ruhe und ihr liebevolle Art bleiben unvergessen.



Mittwoch, 30. November 2022

Erinnerungen an Lady

 Der Advent ist bei uns immer ganz eng mit der Erinnerung an Lady verbunden. Mittlerweile ist es 14 Jahre her, dass wir sie gehen lassen mussten - und doch begleitet sie uns noch immer bei ganz vielen Gelegenheiten und wir erinnern uns gerne an die Zeit mit ihr. Wie jeder unserer Hunde war sie etwas ganz Besonderes.



Sonntag, 27. November 2022

Wir lassen Hundebilder sprechen - Balsam für die Seele

 

Ich habe ja einige Leser, die unsere Sonnenaufgänge sehr lieben - hier jetzt mal ein Sonnenuntergang für euch :) Ich freue mich, dass die Deiche und Strände wieder sehr leer sind und wir jetzt auch mal eine frühe Abendrunde dort drehen können.

Für mich ist der Blick auf die Nordsee immer wieder purer Luxus und ein Genuss - und ich scheine damit nicht alleine zu sein. Auch Cara schaut mal nachdenklich auf die leichten Wellen und lässt sich den Wind um die Ohren pfeifen.

Wir wünschen euch einen schönen ersten Advent - und hoffen, auch ihr tut heute etwas, das euch viel Freude bereitet.

Freitag, 24. Dezember 2021

Weihnachtsgeschichte 2021 - Teil 12

 



Shadow erschrak richtig, als der Weihnachtsmann ihn ansprach und fragte: "Willst Du mich nicht begleiten? Du hast Weihnachten gerettet und wer könnte in diesem Jahr besser dafür geeignet sein, Geschenke und etwas Magie an einige Menschen zu verteilen als Du?" Shadow freute sich sehr darüber, aber trotzdem spürte er, dass noch etwas fehlte und jetzt wusste er auch, was es war. Es gab doch einige Menschen, die auch ohne Geschenke weiter an die Magie geglaubt hätten. Und die hätten auch viel zur Rettung von Weihnachten beigetragen. Es wäre doch nur richtig, diese auch dafür zu belohnen - aber natürlich wäre es auch falsch, andere Menschen nicht zu beschenken, nur weil es durch die ganze dunkle Zeit nicht genug Geschenke und Magie für alle Menschen  gab. Shadow spürte in ihm die Angst, dass so der Glaube an die Magie nicht ausreichend wachsen würde.

Mittlerweile war auch Cara mit dem Kobold-Herrscher dazugekommen. Sie hatten Shadow zugehört und sie verstanden, was er meinte. Der Weihnachtsmann versprach ihm, er würde die Geschenke und die Magie so gerecht wie möglich verteilen - aber natürlich wusste auch er, dass nicht jeder etwas bekommen konnte. Aber er hoffte, bis zum nächsten Weihnachtsfest würde alles besser werden - und er sagte, auch Shadow müsse fest daran glauben. Shadow glaubte dem Weihnachtsmann - auch wenn so ein ganz kleines merkwürdiges Gefühl noch in seinem Herzen war. Besonders Cara spürte das und wollte ihm so gerne helfen. Um ihn etwas aufzumuntern gab sie ihm einen kleinen Beutel von ihrem Elfenstaub und erklärte ihm: "Das ist zwar kein Geschenk, dass Menschen sehen können und es ist auch keine Magie, die sie erleben können - aber es wird etwas Licht in den Weihnachtstag bringen."

So stieg Shadow mit dem Weihnachtsmann in den Schlitten und sie fuhren los und fingen an die Geschenke zu verteilen. Da war es plötzlich wieder - das merkwürdige Gefühl im Herzen als sie sich einem Haus näherten. Shadow wusste es genau, hier lebten Menschen, die immer an die Magie geglaubt hatten, obwohl sie schon lange keine mehr erlebt hatten. Er wollte Ihnen wenigstens etwas Elfenstaub geben - und wie er ein Staubkorn herausnahm, da fing sein Herz wieder an zu strahlen. Der Elfenstaub schimmerte jetzt nicht nur golden sondern auch rötlich und ohne genau zu wissen, warum  er es tat pustete er das Staubkorn zu den Menschen ins Haus und murmelte nur "CAINE" - so verteilte er an alle besonderen Menschen ein besonderes Geschenk, ohne zu wissen was es wirklich war. Aber er fühlte in seinem Herzen, dass es so richtig war.

Auch bei dem Haus seiner Menschen machte er es so - denn auch sie hatten immer an die Magie geglaubt. Sie hatten Cara und auch ihn versorgt und beschützt. Und auch für sie hatte der Weihnachtsmann kein Geschenk. Shadow hoffte, dass wenigstens seine Gabe den Menschen Freude machen und den Weihnachtstag aufhellen würde. Bald hatten er und der Weihnachtsmann alles verteilt und sie machten sich auf den Rückweg zum Nordpol. Shadow war schon fast eingeschlafen, als sie dort ankamen. Aber es war eine schöne Müdigkeit, er fühlte sich glücklich und war sicher, dass er jetzt alle Aufgaben erfüllt hatte. Cara lies ihn auch schlafen und erst als er am nächsten Morgen aufwachte, da kehrte sie mit ihm zu den Menschen zurück.

Wie verändert wirkte das Haus - obwohl eigentlich alles aussah wie immer. Cara und Shadow hörten die Menschen fröhlich lachen und sie spürten so viel Liebe. Als sie in die Küche kamen, da erkannten sie auch den Grund: ein fröhlicher Hund tollte durch die Küche und brachte die Menschen zum Lachen. Und so war es in allen Häusern, in denen Shadow sein besonderes Geschenk hinterlassen hatte. Überall dort lebten jetzt Hunde - geschaffen aus Elfenstaub und einem Koboldherzen. Wunderbare Lebewesen, die den Menschen die Magie der Liebe und Freude jeden Tag zeigen ... und manchmal auch den Schabernack, den nur ein Kobold machen kann :)

Frohes Fest!

Mittwoch, 22. Dezember 2021

Weihnachtsgeschichte 2021 - Teil 11

 


Shadow starrte in ein merkwürdiges Gesicht aus Steinen, Holz und Bart. Das musste ein Troll sein. Dieser schaute ihn genau an und lachte dann laut: "Was haben wir denn hier erwischt - das muss ein Wichtel sein. So klein und mickrig - der wollte wohl vor uns warnen!" Da reichte es Shadow, es platze aus ihm heraus: "Ich bin ein Kobold - und wenn ihr es genau wissen wollt, ich bin der Schattenkobold - und wenn ihr mich nicht sofort runterlasst, dann wird es euch schlecht ergehen." Aber das löste nur noch lauteres Lachen aus. 

Darüber war Shadow aber eigentlich ganz froh. Das Lachen war so laut, dass mussten im Haus doch auch der Weihnachtsmann, Cara und der Koboldherrscher hören. Die würden sicher gleich auftauchen und ihm helfen ... aber nichts passierte. Der eine Troll schaute ihn jetzt noch neugieriger an und meinte zu seinem Freund, er hätte sich den Schattenkobold ganz anders vorgestellt. So viel Energie seiner Trolle hätte er mit der Suche verschwendet, dabei wäre das ja nur ein Winzling, den er einfach wegschleudern könnte. Aber vielleicht würde er ihn auch so lange behalten, bis er die Magie der Weihnacht ganz zerstört hätte - nur zur Sicherheit. Dann holte er aus einem Beutel einige große Steine. Die warf er rund um das Haus des Weihnachtsmanns. Als er bemerkte, dass Shadow ihn anschaute, erklärte er ihm: "Mit diesen magischen Steinen und meinem Zauber werde ich eine unüberwindbare Mauer um das Haus bauen. Alle die darin sind werden für immer gefangen sein und die Weihnachtsmagie wird endlich aufhören!"

Shadow wurde ganz schlecht vor Angst - es war doch seine Aufgabe das zu verhindern, wenn er denn wirklich der Schattenkobold war. Aber er hatte keine Idee und gerade jetzt konnte er auch keinen klaren Gedanken fassen. Ihm fielen so viele Zauber ein, aber welcher wäre jetzt der Richtige? Es wäre einfacher, wenn sie nicht gerade hier wären  ... das war es. Er würde sich einfach mit den Trollen an einen andern Ort wünschen.  Er versuchte sich zu konzentrieren - es musste einfach klappen. "ACOLO" - laut sprach er es aus und er dachte an sein Heim ... aber da waren auch die Menschen, die wollte er ja auch nicht in Gefahr bringen. Und wie immer, wenn er abgelenkt war, klappte der Zauber überhaupt nicht.

Die Augen von Shadow füllten sich mit Tränen - er war einfach nutzlos und as Geschenk an ihn war reine Verschwendung gewesen. Er hatte nichts erreicht und er konnte niemanden schützen, geschweige denn die Trolle aufhalten. Er sah vor seinem inneren Auge den Weihnachtsmann der ihn so liebevoll und gütig in den Arm genommen hatte. Er sah Damon, den alten kautzigen Herrscher der Kobolde, der ihn unterrichten wollte und bei dem er sicher noch viel über Schabernack hätte lernen können. Und er sah Cara  - mit ihrem liebevollen Blick, ihren sanften Geräuschen und dem besonderen Geruch. Der Gedanke an sie erfüllte sein ganzes kleines Koboldherz - niemand war ihm so vertraut und keiner hatte sich so um ihn bemüht. Der kleine Kobold merkte, wie sich sein Herz mit diesen Gedanken füllte ... es wurde rot und groß und es wurde warm. Der Troll merkte das auch und ließ ihn fallen. Shadow fühle den Sturz nicht - er dachte nur noch daran, dass Cara sich so gut um ihn gekümmert hatte. Daran, wie verängstigt er am Anfang gewesen war und wie sie ihm half. Er dachte an die Menschen, die so gut zu ihm waren ... und sein Herz füllte sich immer mehr mit Liebe, bis es sogar anfing zu glühen und zu strahlen.

Die Trolle konnten ihren Blick nicht von dem kleinen Kobold abwenden - und sie sahen, wie sich aus ihm heraus ein rotes Strahlen verbreitete. Über sie hinweg, über alle Berge, Seen, Wälder - in alle Täler und Höhlen ... einmal um die ganze Welt. So plötzlich, wie es gekommen war, endete es auch wieder. Shadow öffnete die Augen und war ganz benommen. Er hatte keine Ahnung, was gerade passiert war. Er sah nur die beiden Trolle vor sich, der eine hatte noch immer ein paar Steine in der Hand. Aber er tat es nicht. Langsam sanken die Steine auf den Boden. Die Trolle schauten einander an, als wüsten auch sie nicht, was passiert war. Sie schauten zu Shadow, aber ganz friedlich und neugierig: "Wer bist Du denn und was machst Du hier? Das ist doch das Haus vom Weihnachtsmann und nur wir Trolle und die Elfen dürfen hier sein."

Shadow war ganz überrascht, früher hatten die Trolle dem Weihnachtsmann geholfen - aber doch schon viele Jahre nicht mehr. Hatten die Beiden das vergessen? Während er noch überlegte, was er sagen sollte, da tauchte der Weihnachtsmann auf und umarmte ihn. "Kleiner Kobold, es geht Dir gut! Hast Du dieses strahlende rote Licht gesehen? Es sah magisch aus." Dann bemerkte er die beiden Trolle und schreckte zurück. Die beiden schauten ihn verwundert an - sie verstanden nicht, warum der Weihnachtsmann sich vor ihnen erschrecken sollte. Sie alle spürten, wie die Erde wieder anfing zu beben - aus allen Richtungen kamen Trolle angelaufen und entschuldigten sich, weil sie so spät zur Weihnachtsarbeit erschienen. Keiner wusste mehr, dass es den Streit gegeben hatte.

Da tauchte der Koboldherrscher mit der Mutter von Shadow auf. Auch sie hatten das magische rote Leuchten gesehen und sie hatten es verstanden. Das große Herz von Shadow und seine Liebe hatten das Wunder geschafft, die Prophezeiung erfüllt. Aller Groll und alles Vergangene wurde den Trollen aus dem Gedächtnis gelöscht - dieses Jahr konnte wird wieder ein Weihnachten voller Magie und Geschenken werden. Shadow konnte es nicht glauben, er hatte eigentlich nichts gemacht - nur gefühlt. Und noch immer sah er Cara nicht. Während die anderen sich freuten und die Trolle mit den Elfen in der Werkstatt verschwanden um die Geschenke fertig zu stellen - da wurde sein Herz schon wieder schwer. Vielleicht war Cara doch etwas passiert, sie wäre sonst doch sicher schon hier und würde sich mit ihm freuen. 

Da hörte er es - das sanfte Geräusch. Und er sah den Elfenstaub ... und da kam Cara, mit den Menschen. Alle freuten sich, dass der kleine schwarze Kobold das Weihnachtsfest gerettet hatte und Magie, die mit diesem Fest verbunden ist. Nach dem großen Jubel und den vielen Glückwünschen hatte Shadow endlich auch Zeit mit Cara zu sprechen. Sie war sehr stolz auf ihn und schämte sich auch etwas. Sie hatte gedacht, er müsse so viel wie möglich lernen und die Prophezeiung mit Hilfe der Magie erfüllen. Deswegen hatte er so viel lernen müssen. Aber er hätte sie gelehrt, dass es Liebe viel wichtiger ist als jede Magie.

Alle waren glücklich und halfen jetzt mit, schnell die ganzen Geschenke einzupacken und sie vergaßen auch nicht etwas Magie. Aber irgendwie fühlte Shadow, dass seine Aufgabe noch nicht beendet war. Er zog sich zurück und legte sich in den großen Sessel des Weihnachtsmanns. So schnell war alles gegangen - in ihm wirkte die Magie noch immer nach. Sein Herz glühte innerlich noch und wieder fühlte er die Unsicherheit. Jeder dachte, er hätte alles gerettet, aber er fühlte, dass es noch nicht so war. Nur konnte er nicht sagen, was noch fehlte.



Montag, 20. Dezember 2021

Weihnachtsgeschichte 2021 - Teil 10

 


Cara gab ihm einen sanften Kuss und meinte, es wäre wohl besser, Shadow würde jetzt erstmal größer werden und auch seine Koboldzauber lernen. Sein Lehrer würde auch gleich kommen. Gemeinsam mit dem Weihnachtsmann rief Cara dann aus "APAREA Damon" und mit einem lauten Zischen tauchte auch schon ein alter hutzeliger Kobold auf: "Ihr Beiden habt mich ganz ungünstig gerufen. Ich habe gerade einen Troll verjagt. Der war schon sehr nah hier am Haus. Die werden mutiger!" Erst als er sich umschaute, entdeckte der Kobold auch Shadow. 

Fragend schaute Shadow Cara an, sollte das sein Lehrer sein? Cara stellte die beiden einander vor: "Damon - Herrscher der Kobolde, das ist Shadow. Shadow, dass ist der Herrscher der Kobolde. Er wird Dich unterrichten." Shadow machte noch größere Augen. Dieses hutzelige alte Männchen sollte der Herrscher der Kobolde sein? Das konnte doch nicht stimmen. Shadow hatte sich immer einen viel größeren und stattlicheren Kobold vorgestellt. Dieser hier war ja sogar kleiner als seine Mutter. Der alte Kobold spürte wohl, was in Shadow vorging und meinte nur, die Größe eines Körpers würde nichts über die Größe der Magie und die Menge an Erfahrungen sagen. Außerdem wäre es für einen Kobold sicher viel einfacher ihm etwas beizubringen - schließlich dürfte da auch der Schabernack nicht zu kurz kommen. Den bräuchten Kobolde nämlich wirklich - ein guter Streich war wie eine Aufladung der Magie. Es wäre jetzt an der Zeit, dass Shadow mehr über die Magie der Kobolde erfahre und es gäbe keinen besseren Ort als bei ihm. Vorsichtshalber sollten sie alle aber noch etwas hier bleiben, nur um sicher zu sein, dass die Trolle sie auf dem Heimweg nicht stören würden.


 

Cara stimme zu und wolle sich um etwas zu essen kümmern. Mit ihrem sanften Geräusch verschwand sie und ließ Shadow mit dem Weihnachtmann und dem Kobold alleine. So ganz wohl war Shadow dabei nicht. Besonders als der Weihnachtsmann anfing, dem Koboldherrscher zu erzählen, dass Shadow versucht hatte mit einem Dispare die Dunkelheit zu vertrieben. Der Koboldherrscher lachte laut und meinte nur, dass käme davon, wenn man eine Elfe einen Kobold unterrichten lässt. Shadow würde bei ihm in den Koboldhöhlen bald alles lernen. Vielleicht würde es dann schon beim nächsten Weihnachtsfest klappen. Shadow hatte noch nicht darüber nachgedacht - aber in den Koboldhöhlen würde ja bedeuten, dass er nicht mehr bei Cara war. Bei dem Gedanken wurde sein Herz ganz schwer und er hatte das Gefühl, er müsse etwas sagen, damit die beiden wussten, wie sehr Cara sich bemüht hatte mit ihm: "Ich bin doch noch ein so kleiner Kobold - Cara kann nichts dafür, dass bei mir immer alles schief geht. Sie kann mich doch noch weiter unterrichten. Wenn es dann wirklich nicht klappt, dann kann ich doch noch immer zum Koboldherrscher gehen!"

Bevor einer der beiden antworten konnte, tauchte Cara mit Plätzchen, Kuchen und Milch auf - und bei dem leckeren Geruch waren sich alle schnell einig, erst wird gegessen, dann wird weiter geredet. Schweigend kaute Shadow ein Plätzchen - es war zwar ganz köstlich, aber die Aussicht auf eine Trennung von Cara machte es ihm unmöglich zu genießen. Überhaupt, er war sich ganz sicher, dass hier alle sich irrten. Wahrscheinlich war der Schattenkobold jemand anderes. Den sollten sie besser suchen und ihn in Ruhe lassen - bei Cara und den Menschen. Die Menschen, die so nett zu ihm waren, waren jetzt alleine und schutzlos den Trollen ausgeliefert. So viel ging ihm durch den Kopf - er sollte dort sein und bereit für die Verteidigung seiner Familie. Er merkte es selbst - seine Familie, dazu gehörten die Menschen und auch Cara. Wie sollte er denn auf alle aufpassen, wenn er nicht dort war. Diese blöden Trolle und die dumme Prophezeiung, die machten ihm alles kaputt. Er wurde richtig wütend und ohne dass es ihm klar war, murmelte er ACOLO .. ohne überhaupt ein richtiges Ziel zu haben.

Cara, der Weihnachtsmann und der Koboldherrscher waren erschrocken - Shadow verschwand vor ihren Augen. Sie fühlten, dass er sich in Gefahr begab und sie mussten ihn suchen. Jeder von ihnen ging einen anderen Weg. Cara ging zurück zu den Menschen, in der Hoffnung dorthin wäre Shadow gegangen. Der Weihnachtsmann ging zu den anderen Elfen und bat sie, mit ihrer Magie nach Shadow zu suchen. Der Koboldherrscher ging zur Mutter von Shadow - sie musste doch spüren, wo ihr Sohn war.

Shadow fand sich zu seinem Schreck in einer frostigen weißen Landschaft wieder, die er noch nie gesehen hatte. Warum nur war er hier - und wie hatte er sich an diesen Ort wünschen können, wenn er ihn nicht kannte? Er beschloss, sich umzuschauen. Vielleicht würde es ja eine Erklärung geben. Während er noch überlegt, in welche Richtung er gehen sollte, da spürte er, wie der Boden bebte und er hörte laute Stimmen "Bist Du sicher, dass der Schattenkobold auch dort ist? Dann könnten wir endlich Schluss mit allem machen!"  Eine andere brummige Stimme antwortete: "Ich bin ganz sicher, ich habe gehört, wie der Koboldherrscher weggerufen wurde, weil der Weihnachtsmann und die Elfenkönigin mit dem Schattenkobold am Nordpol sind."

Schnell duckte Shadow sich in den Schnee. Er war sicher, dass hier zwei Trolle auf dem Weg zum Weihnachtsmann waren. Darum war er hier, er sollte das mitbekommen und dann alle warnen. Als er die Stimmen nicht mehr hörte und auch die Erde nicht mehr bebte von den Schritten der Trolle - da dachte er an das Haus des Weihnachtsmanns und sagte ACOLO ... und nichts passierte. Das musste ja so sein. Wenn er am dringendsten gebraucht wurde, dann versagte er. Aber seine Angst um Cara und die anderen war groß - also rannte er los. Vielleicht würde er die Trolle ja irgendwie überholen können und dann doch noch das Schlimmste verhindern. So schnell war er noch nie gerannt - und er wunderte sich, woher er die Richtung wusste. Aber es blieb keine Zeit zum Nachdenken - er rannte einfach weiter. Am Beben der Erde merke er, dass er in der Nähe der Trolle war und als das Beben schwächer wurde, da wusste er, dass er die Trolle überholt hatte. Vor sich sah er auch schon ein Haus, er war ganz sicher, dass es das richtige Haus war. Dort war Cara. Er wurde etwas langsamer, denn er wollte ja nicht durch die Türe rennen. Als er eben dabei war die Türklinke anzufassen, da wurde er von einer mächtigen Hand ergriffen und hochgehoben. 


Samstag, 18. Dezember 2021

Weihnachtsgeschichte 2021 - Teil 9


 

 Also suchte er die passende Stelle und vertiefte sich wieder in sein Buch.

Die Trolle wurden immer unverschämter. Wenn sie eine Elfe trafen, dann beraubten sie diese einfach so ihrer Magie. Auch wenn die Elfe sich erholte, es dauerte immer einige Zeit. Wenn die Trolle auf Kobolde trafen, die bei den Menschen lebten, dann pflanzten sie in die Seele der Menschen Misstrauen und Angst. So wurden viele Kobolde nicht mehr in den Häusern geduldet und sie wurden immer schlechter von den Menschen versorgt. Daher wollten immer mehr Kobolde nicht mehr so eng mit den Elfen und dem Weihnachtsmann zusammenarbeiten. Der Herrscher der Kobolde aber drängte sie immer wieder, denn nur so wäre auch ihre Magie zu retten. Dann kam das schlimmste Weihnachtsfest - die Trolle stahlen fast alle Geschenke und die Kobolde konnten sie nicht aufhalten. Selbst der Weihnachtsmann war hilflos. 

 Gemeinsam mit dem Kobold-Herrscher und der Elfenkönigin beschloss er, einen letzten Versuch zu unternehmen, die Magie zu retten. Dem letzten magischen Geschenk fügte jeder von Ihnen einen Teil seiner eigenen Magie bei. Dieses besondere Geschenk schleuderten Sie weit hinaus mit einem Zauber belegt - wer es öffne, der möge den Schatten der Dunkelheit wegziehen und die Magie wieder erstrahlen lassen. Sie wussten, sie hatten jetzt alles getan und es gab keine Magie mehr zu verteilen. Ihre Hoffnung lag auf dem unbekannten Empfänger des Geschenks. Die gesammelte Magie müsste einfach etwas bewirken.

Das Geschenk landete in einem Koboldhaushalt - und wurde dort von einem kleinen schwarzen Kobold geöffnet. Die Trolle haben das auch herausgefunden - und von da an hassten sie die Kobolde noch mehr. Sie suchten jetzt den kleinen Kobold, weil sie Angst hatten, der Zauber könnte sich erfüllen. Sie nannten ihn den Schattenkobold - weil sie hofften, wenn sie ihn fänden, dann würden sie das neue Erstrahlen der Magie verhindern können und die dunkle Zeit würde bleiben.

Was für eine Geschichte - unglaublich. Shadow zitterte am ganzen Köper. Er hoffte, die Trolle würden den kleinen Kobold nicht finden. Es wäre für Cara, den Weihnachtsmann und die anderen Kobolde sicher toll, wenn es diesen Schattenkobold wirklich geben würde und der die Dunkelheit verschwinden lassen könnte. Und wieder sprang er auf, fuchtelte mit seinen Armen herum und rief "DISAPRE Dunkelheit - ich bin der mächtige Schattenkobold und ich lasse Dich verschwinden!"

Da ertönte ein lauter Glockenschlag und vor ihm stand Cara - mit dem Weihnachtsmann. Beide schauten sich ganz erschrocken an und Cara bückte sich und hielt Shadow den Mund zu. "Verrückter kleiner Kobold! So weit bist Du noch nicht - und so wird es wohl auch nicht funktionieren." Shadow schaute ganz erschrocken - was hatte er jetzt wieder angerichtet, dass sogar der Weihnachtsmann hier auftauchte? Sein Schreck wurde nicht kleiner, als der Weihnachtsmann laut dröhnend lachte "Cara, da hast Du aber wirklich keine leichte Aufgabe übernommen. Der kleine Kobold hält Dich sicher auf Trab!" dann meinte er nur, es wäre wahrscheinlich besser, nicht hier zu bleiben. Bei ihm am Nordpol seien sie alle besser aufgehoben. Shadow schaute nur von einem zum anderen und schon wurde alles ganz verschwommen und als es wieder klar wurde, da war er an einem ganz anderen Ort. Der Weihnachtsmann schaue ihn an und meinte dann nur, hier wäre es jetzt sicher. Die Trolle wären zwar sehr wagemutig, aber sein Haus hätten sie immer in Ruhe gelassen.

Er setzte sich dann in einen großen Sessel am Kamin und nahm Shadow in seine Arme, bevor er anfing zu erklären: Als er, die Elfenkönigin und der Kobold-Herrscher ihr besonders magisches Paket auf seine Reise schickten, da hatten sie alle gehofft, dass ein Mensch oder ein Magier das Geschenk erhalten würden. Keiner von Ihnen hätte gedacht, dass ein kleiner Kobold es öffnen würde. Aber ändern konnten sie es nicht und so hätten Sie beschlossen, den Kleinen zu beobachten und auf ihn aufzupassen. Das war aber sehr schwierig, denn der Kleine war nicht nur ein Kobold, er war auch ein Tollpatsch. Sie alle hatten keine Idee, wie er die Prophezeiung erfüllen sollte. Und als er dann noch viel zu früh sein Meisterstück vollbrachte, da war es eher ein Zufall, dass er sich genau in das Haus zurückzog, dass auch die Elfenkönigin bewohnte. Seit dann hatte die Elfenkönigin mit dem kleinen Kobold gearbeitet und versucht ihm möglichst viel beizubringen. Aber sehr erfolgreich wäre sie damit nicht gewesen. Dabei schaute der Weihnachtsmann Cara an und zwinkerte ihr kurz zu.

Jetzt war der Weihnachtsmann still und beide schauten Shadow an - der musste über alles nachdenken ... und dann sprang er auf und rief: "Ihr denkt ich bin der Schattenkobold? Das kann nicht sein." Und während er noch darüber nachdachte, da fiel ihm etwas anderes ein - wenn die Beiden dachten, er wäre der Schattenkobold, dann würde das ja bedeuten, Cara wäre die Elfenkönigin. Er schaute fragend zu ihr hoch - und da sah er auch die Veränderung. Die kleine Krone, die goldenen Flügel, das glitzernde Haar ... ganz anders als bisher. Nur Ihre Augen, die hatten sich nicht verändert - und ihr wunderbares Lachen, das er jetzt wieder hörte. Sie meinte nur, er hätte ihr viel Arbeit gemacht - und auch Sorgen. Sie hätte immer versucht, ihn vorsichtig an alles heranzuführen und ihm viel beizubringen, denn es ging schon wieder auf Weihnachten zu und sie hatte gehofft, die Prophezeiung würde sich in diesem Jahr schon erfüllen. Aber mittlerweile wären sie sich alle einig, das würde noch dauern. An den letzten zwei Tagen vor dem Fest würde wohl nichts mehr passieren, was noch helfen könnte.


Donnerstag, 16. Dezember 2021

Weihnachtsgeschichte 2021 - Teil 8

 


Shadow wusste nicht, was er jetzt machen sollte. Zu den Menschen wollte er nicht gehen, die waren sicher böse auf ihn wegen seines dummen Zaubers. Er rollte sich fest ein und überlegte - da fielen ihm die Kobold-Handbücher ein. Er würde jetzt weiterlesen, sicher wäre Cara dann wieder stolz auf ihn. Er nahm das dünnere Buch und wollte es aufschlagen, aber das ging nicht. Gab es da vielleicht ein Schloss oder einen Knopf? Egal wie sehr Shadow suchte, er fand nichts. Also nahm er mit einem Seufzen das dickere Buch und das konnte er ohne Probleme aufschlagen. Eigentlich wollte er zum Teil über den magischen Rat blättern, aber er sah, dass er am Anfang eines Kapitels war in dem es wohl um Trolle ging. Ihm fiel ein, dass seine Mutter mal etwas über einen Streit oder Krieg zwischen Elfen und Trollen erzählt hatte. Vielleicht sollte er hier mal reinlesen.

In der Zeit vor der Zeit haben die Elfen und die Trolle dem Weihnachtsmann gemeinsam geholfen, die Geschenke für die Menschen herzustellen und mit den Geschenken auch etwas Magie an die Menschen zu verteilen. Das war eine sehr wichtige Aufgabe, denn magische Wesen waren darauf angewiesen, dass Menschen an die Magie glaubten. Nur der Glaube der Menschen konnte neue Magie erzeugen, die dann in den Hörnern der Einhörner gespeichert wurde. Aber irgendwann war es zu einem Streit zwischen dem Obertroll und der Elfenkönigin gekommen. Der Troll wollte nicht mehr allen Menschen etwas schenken, denn einige verloren den Glauben an die Magie. Und weniger Glaube an die Magie bedeute auch, dass die Kraft der magischen Wesen weniger wurde. So sollten nur noch die Menschen etwas Magie in ihrem Leben erhalten, die auch daran glaubten.

Die Elfenkönigin fand es genau deshalb noch wichtiger, besondere Geschenke zu machen - so wollte sie den Glauben an die Magie bei allen Menschen wieder herstellen. Außerdem war Weihnachteneine besondere Zeit und da sollte es keine Art von Bestrafung geben. Da die Beiden sich nicht einigen konnten, fragten sie den Weihnachtsmann. Dieser stellte sich auf die Seite der Elfenkönigin. Der Glaube an die Magie sei genauso wichtig wie die Magie selbst. Aber der Troll wollte das nicht glauben - wer nicht an Magie glaubte, der sollte auch nichts von ihr bekommen. Und da er der Obertroll war, stimmten die anderen Trolle ihm zu. Die Trolle hörten sofort auf den Elfen und dem Weihnachtsmann zu helfen und gingen einfach weg, weil sie dachten ohne ihre Hilfe würden die Geschenke nicht fertig werden - und dann hätten sie ihr Ziel ja erreicht.

Die Elfenkönigin hatte aber eine andere Idee. Sie bat die Kobolde um Hilfe und die kamen gerne. So wurden die Geschenke alle fertig und der Weihnachtsmann machte sich an die Auslieferung. Die Trolle waren sehr wütend, als sie merkten, dass ihr Plan nicht funktionierte. Und so fingen sie an und stahlen dann einfach Geschenke aus den Häusern der Menschen. So waren viele Menschen an Weihnachten ganz enttäuscht, weil der Weihnachtsmann ihnen wohl nichts gebracht hatte. Als der Weihnachtsmann und die Elfen merkten, was passiert war, war es natürlich zu spät um etwas zu ändern. Sie nahmen sich vor im nächsten Jahr noch schönere Geschenke zu machen und gut aufzupassen, dass die Trolle sie nicht wieder stehlen würden.

Aber das war nicht so einfach - obwohl die Kobolde versuchten auch hier zu helfen und Trollfallen vor den Menschenhäusern aufstellten. Natürlich konnten diese Fallen die Trolle nicht fangen - aber sie machten laute Geräusche und davor hatten Trolle wirklich Angst. Aber auch die Menschen erschreckten sich vor den Geräuschen. Außerdem konnten die Kobolde nicht jedes Haus schützen. Die Fallen funktionierten nur dort, wo Kobolde lebten. Auch die Trolle lernten dazu und passten immer besser auf, so dass sie manche falle umgehen konnten. Und selbst wenn sie eine Falle auslösten, dann konnten die kleinen Kobolde sie immer nur für diesen Moment aufhalten und verscheuchen.

Bald merkten die magischen Wesen ganz deutlich, dass die enttäuschten Menschen immer weniger an die Magie glaubten, denn weniger Glauben bedeutete auch weniger Magie. Dazu kam noch, dass manchmal sogar ein Troll in die Weihnachtswerkstatt kam und den Elfenzauber aufhob - und damit viele Geschenke zerstörte. Die Elfenkönigin musste viel Kraft aufwenden, um den Schaden dann wieder teilweise zu reparieren. Deswegen versuchten die Trolle auch, die Elfenkönigin zu finden, denn zu gerne hätte der Obertroll ihre Magie mal für einige Tage aufgesaugt - gerade in der Zeit vor Weihnachten.

So war es kurz vor Weihnachten immer ähnlich. Die Elfen und einige Kobolde packten Geschenke und Magie, der Weihnachtsmann brachte alles zu den Menschen, die anderen Kobolde versuchten die Geschenke und die Magie zu schützen und die Trolle stahlen immer mehr davon. So verschwand immer mehr Magie aus der Welt - und die dunkle Zeit fing an. 

Jetzt verstand Shadow etwas mehr. DIE waren also die Trolle, die mochten weder Elfen noch Kobolde. Aber das hätte Cara ihm doch auch erzählen können. So ein Troll sollte nur kommen und versuchen den Menschen hier etwas zu stehlen - dem würde er schon zeigen, dass er ein Kobold war, mit dem man das nicht machen konnte. Und schon sprang er auf und wehrte dem imaginären Troll ab - MIC, OPRI ... und schon war es wieder passiert. 

Bei seinem Kampf hatte er nicht gesehen, dass die Menschenfrau gerade zu ihm kommen wollte. Und mit seinem MIC hatte er sie erst geschrumopft und druch sein OPRI dann auch noch in ihrer Bewegung angehalten. Sogar der Teller mit seinem Essen war ganz winzig. Schuldbewusst murmelte er die Aufhebungszauber und  seufzte wieder. Die Menschenfrau schüttelte den Kopf und stellte ihm trotzdem sein Essen hin. Ein Kobold war halt keine Elfe - vielleicht sollte er sich anderen Rat und Hilfe suchen. Aber wen sollte er fragen? Zu seiner Mutter durfte er nicht zurück und sonst kannte er nur den grantigen Hauskobold der neben seiner Mutter wohnte. Und den wollte er nicht noch mal besuchen. Da fiel ihm ein, dass er das Kapitel ja noch nicht zu Ende gelesen hatte. Vielleicht würde er herausfinden, wie man so eine Falle baut und dann würde er auf alle Fälle seine Menschen auch schützen. 

 

Dienstag, 14. Dezember 2021

Weihnachtsgeschichte 2021 - Teil 7


 

 Shadow merkte sehr schnell, dass Cara es ernst gemeint hatte. Sie brachte ihm viele neue Wörter bei und übte mit ihm viele Stunden am Tag. Manchmal war er davon so müde, dass er sogar das Abendessen verschlief - was für einen kleinen Kobold ganz ungewöhnlich war, denn die haben immer Hunger. Wenn er dann mal versuchte, in seinem Kobold-Handbuch zu lesen, dann war er so unkonzentriert, dass er manche Seiten mehrmals lesen musste und dann trotzdem schnell wieder vergaß, was er gelesen hatte. Zu den Geschichten über die magischen Wesen kam er überhaupt nicht, das machte ihn traurig - er wollte doch so gerne mehr über den magischen Rat erfahren. Schon die Einleitung hatte sich so spannend gelesen - wie die einzelnen Wesen ihre Abgesandten für den magischen Rat auswählten, wie der magische Rat sich zusammensetzte, wann der Rat tagte und wer den Vorsitz führte. Und wie es um die Schaffung und die Erhaltung der Magie bestellt ist. Doch trotz der Spannung und seinem Interesse schaffte Shadow es nicht, seinem Lernpensum gerecht zu werden und dann noch zu lesen.

Einmal beim Frühstück bemerkte sogar die Menschenfrau, dass etwas nicht stimmte. Er war vor lauter Müdigkeit beim Trinken eingeschlafen und hatte seinen Becher umgestoßen. Die ganze Milch floss auf den Boden und der Becher war kaputt. Die Menschenfrau rief nach Cara und sagte zu ihr: "Der Kleine ist so erschöpft, Du musst langsamer machen und ihm Pausen gönnen. So kannst Du nicht weitermachen!" Cara schien überrascht. Sie schaute Shadow fragend an und ganz kleinlaut gab er zu, dass ihre Ansprüche und das Tempo zu hoch für ihn waren. Er bemühte sich ihr zu erklären, dass sie doch so viel Zeit hätten und es viel schöner wäre, wenn sie wieder zu ihrem alten Lernplan zurückkehren könnten.

Cara seufzte einmal und verschwand einfach, ohne etwas dazu zu sagen. Shadow blieb mit dem Gefühl zurück, er hätte sie enttäuscht. Wobei er nicht verstand, was Cara so antrieb und warum sie immer mehr mit ihm zaubern wollte. Besonders da er jetzt Zauberworte lernte, für die er keinen Verwendungszweck fand. Schon das Üben war schwierig. Als Cara ihm "OPRI" erklärt hatte, da stoppte er mit dem Wort einen Vogel im Flug. Das sah zwar im ersten Moment sehr lustig aus, aber der Vogel tat ihm auch leid. Erst als Cara "DEPARTE" sagte konnte der Vogel weiterfliegen. Cara erklärte ihm, es wäre immer gut, etwas stoppen zu können - aber es wäre nicht gut, den Zauber unkonzentriert zu benutzen. Außerdem solle er immer warten, bis sie ihm etwas zeigte, an dem er die neuen Zauber ausprobieren konnte.

Bei manchen Zaubern fiel ihm die Konzentration aber sehr schwer - wie bei "DISAPRE". Damit konnte er etwas das er gerade anschaute, verschwinden und an dem Ort wieder auftauchen lassen an den er gerade dachte. Dabei passierten ihm ganz viele Unfälle. Er sollte eine Karotte im Garten verschwinden und in der Küche wieder auftauchen lassen. Aber er war so müde und konnte sich nicht auf die Küche konzentrieren. Er dachte immer nur an sein gemütliches Kissen unter der Treppe. So verschwanden zwar alle Karotten aus dem Garten, aber in der Küche tauchte keine davon auf ... die lagen alle dort, wo er gerne gelandet wäre. Bei den nächsten Versuchen konnte er sich nicht auf die Karotte konzentrieren und ließ seinen Blick gen Himmel schweifen. Zwar klappte es diesmal mit dem Auftauchen in der Küche, aber die Wolke sollte dort nicht hin.

Überhaupt waren fast alle neuen Zauber mit hoher Konzentration verbunden und Shadow hatte einfach keine Lust mehr darauf. Teilweise war er ganz sicher, dass es einfach auch daran lag, dass er ein Kobold war und keine Elfe - so ganz ohne Unsinn und Schabernack fehlte ihm etwas. Und manchmal strengte er sich so an und dann passierte erst recht etwas ganz koboldhaftes. Cara lachte dann immer und auch die Menschen hatten viel Humor. Shadow bemühte sich wirklich zu helfen. Er sah jeden Tag, wie sich die Menschen freuten, wenn Cara ihnen Gesellschaft leistete und mit einem leisen Wort und einer kleinen Geste eine Wunde heilte oder eine kranke Pflanze wieder zum Blühen brachte. Er wollte auch so sein.

Der kleine Kobold gab sich viel Mühe und wollte gerne alles tun, was Cara ihm sagte. Gerade jetzt wo die Tage so spürbar kürzer wurden und der erste Schnee fiel, da wollte er helfen den Menschen das Leben zu erleichtern. Er wollte nicht nur das Feuerholz zerkleinern, er überlegte sich, es wäre gut, wenn er das Holz auch einfach ins Haus wünschen könnte. Ohne mit Cara zu sprechen probierte er es einfach aus. Was für ein lautes Getöse als der Kamin kaputt ging - weil er das ganz Holz hineingewünscht hatte. Nur gut, dass Cara den größten Schaden beheben konnte. Alle sagten ihm er würde genug tun - und er solle immer erst mit Cara sprechen, bevor er etwas ausprobieren würde. Da hatte er denn ein ganz schlechtes Gewissen, weil seine guten Ideen oft solchen Schaden anrichteten.

Cara war jetzt an vielen Tagen nur ganz kurz bei ihm und dann war sie verschwunden. Er fragte sich, wo sie wohl war und wann er endlich seine Antworten bekommen würde. Aber er übte immer schön weiter - unsichtbar, sich an andere Orte wünschen, Sachen verkleinern und vergrößern, Dinge unsichtbar machen, unsichtbare Dinge an andere Orte wünschen ... und da war er wieder - der Kobold in ihm. Warum hatte er nur den unsichtbaren Tisch aus der Küche in den Stall gewünscht. Der Menschenmann fiel darüber und tat sich sehr weh. Und Cara war nicht da, um schnell zu helfen. Aber Shadow hatte sie ja gut beobachtet - und er war sicher, er konnte dem Mann auch helfen. Also legte er seine Hand auf die Verletzung und murmelte, was er bei Cara gehört hatte "REPARAT". Aber nichts passierte - im Gegenteil, ihm tat jetzt auch alles weh. Er musste ganz furchtbar weinen, teilweise aus Enttäuschung und teilweise vor Schmerzen. Zum Glück kam da auch schon Cara und heilte den Menschenmann und ihn.

Als Shadow sich beruhigt hatte, schaute Cara ihn vorwurfsvoll an. Er könne doch nicht einfach jeden Zauber ausprobieren. Es gäbe Unterschiede zwischen Elfen und Kobolden. Nicht alles was Sie könnte, würde er lernen. Es gäbe aber auch Sachen, die nur er könnte. Jetzt war Shadow ganz überrascht. Über so etwas hatte er noch nie nachgedacht. sein schlechtes Gewissen wurde noch größer. Er wolle doch alles möglichst gut machen, aber er hatte das Gefühl, je mehr Mühe er sich gab, desto ungeschickter wurde er. Auch Cara schien sich etwas in der Art zu denken: "Vielleicht habe ich einen Fehler gemacht und alles falsch angefangen. Aber ich wollte nur das Beste. Lass Du mal das Zaubern bis ich wieder da bin, dann entscheiden wir weiter." Und mit dem ihr eigenen sanften Geräusch verschwand Cara wieder.

 


Sonntag, 12. Dezember 2021

Weihnachtsgeschichte 2021 - Teil 6

 


Und seine Geduld sollte sich auszahlen. Gerade die Menschen schienen vergessen zu haben, dass er noch da war. Der Mann fragte Cara nach den Treffen. "Wie war die Stimmung? Erzähl doch schon und lass uns nicht so zappeln."

Cara schluckte ihr letztes Stück Kuchen hinunter und berichtete dann. Es waren sehr viele dageween, viel mehr als bei den letzten Treffen. Ein Kobold war vorgetreten und hatte von seinen guten Erfahrungen mit Menschen erzählt und dann von "DENEN" die das nicht zulassen wollten. Dann häte er gefragt, ob denn wirklich niemand wüsste wo man noch suchen sollte ... aber er beendete den Satz nicht wirklich, sondern meinte nur alle müssten mehr tun. Einige andere Kobolde erzählten dann noch, was "DIE" ihnen angedroht hätten. Cara schüttelte sich bei der Erinnerung an das Erzählte und wurde still.  

Wie gerne hätte Shadow jetzt Fragen gestellt, aber er merkte, dass es unpassend wäre. Außerdem hatte er das Gefühl, alle hätten vergessen, dass er noch da war und zuhörte. Das wollte er auf keinen Fall ändern. Die Stille fühlte sich aber sehr bedrückend an und es dauerte lange, bis der Mann wieder sprach "Du bist ja der Meinung, die Zeit wäre bald gekommen und Du musst es wissen. Ich hoffe, Du irrst Dich nicht. Aber Dein Gefühl hat Dich noch nie betrogen, also werden wir uns weiter vorbereiten." Dann stand er auf und ging einfach weg. Auch die Frau erhob sich jetzt auf und fing an den Tisch abzuräumen. Als ihr dabei etwas auf den Boden fiel, hob Shadow es auf und kam damit unter dem Tisch hervor. Cara schaute ihn mit großen Augen an. Er konnte fühlen, dass es ihr nicht recht war was er alles gehört hatte. Er tat daher so, als wäre überhaupt nichts gewesen und legte das Besteck auf den Tisch. Dann streckte er sich und sagte, er ginge jetzt noch etwas lernen.

Als er zu seinem Lager kam war Cara schon da. Er sollte unbedingt auch üben, wie er sich irgendwo hin wünscht - das sollte sogar das erste sein, was er besser können sollte. Erwartungsvoll schaute er Cara an, er hoffte sie würde ihm mehr erzählen - vielleicht seine vielen Fragen erahnen und beantworten. Aber das passierte nicht. Stattdessen fragte Cara ihn, ob er von dem kurzen Kapitel über die "Zeit vor der Zeit" enttäuscht war. Woher wusste sie nur, was er gelesen hatte? Er dachte nach und fragte dann: "Haben DIE etwas mit der Zeit nach der Zeit zu tun?" Erstaunt sah er ein Lächeln über das Gesicht von Cara huschen, damit hatte er nicht gerechnet. Sie hatte so besorgt ausgesehen, als sie von dem Treffen und den Berichten über DIE geredet hatte. Ihre Augen glitzerten leicht als sie meinte: "Bevor Du mehr über DIE und die Zeit erfährst solltest Du noch andere Dinge lernen. Fangen wir doch damit an, dass Du Dich nicht wirklich an einen andern ort wünschen kannst. Das sollte jeder noch so kleine Kobold können." 

Und dann erklärte sie ihm ganz langsam, wie das Wünschen an eine andere Stelle funktionierte. Er hörte ihr zu und folgte Ihren Anweisungen: "Zu Anfang schließe Deine Augen, aber nicht zusammenkneifen. Versuche Dir jetzt den Ort vorzustellen an dem Du sein willst. Wenn es ein Ort ist an dem Du schon warst, dann erinnere Dich an Einzelheiten. Wenn es ein fremder Ort ist, dann stelle Dir vor was Dich dort erwartet und warum Du dort hin willst. Dann fühle den Ort - überall gibt es andere Gerüche, Farben, Geräusche und Gefühle. Wenn Du soweit bist, dann sage ein leises ACOLO - und dann bist Du auch schon dort." Shadow saß mit geschlossen Augen da. Er versuchte sich vorzustellen, wo Cara lebte. Er fühlte Farbe und Ruhe und Kraft und er roch ihren ganz eigenen Duft, er hörte ihre sanften Geräusche. Dann murmelte er leise "Acolo" und als er die Augen vorsichtig öffnete, da war er an einem Ort, den er sich so schön nie erträumt hätte. Er schaute sich um, denn eigentlich hatte er erwartet, dass Cara auch gleich hier auftauchen würde. Aber er war allein. So nahm er sich die Zeit, alles in sich aufzusaugen - goldenes Licht, helle Farben, Schnee vor dem Fenster ... da wurde ihm klar, er war nicht mehr im Haus der Menschen. Aber Cara hatte ihm doch gesagt, sie würde bei den Menschen leben. Es hatte wohl wieder nicht richtig funktioniert, er war wieder nicht dort gelandet wo er eigentlich hin wollte. Als er auch noch hinter derTür ein dröhnendes "Hohoho" hörte, da chloss er schnell die Augen, dachte an sein kleines Lager und murmelte "ACOLO". Diesmal klappte es perfekt. Er war zurück am Ausgangsort und Cara war auch noch da.

Er erzählte Cara zwar nicht, wo sein Ziel gewesen war, aber er sagte, dass es noch nicht so geklappt hatte wie er es sich wünschte. Sie schmunzelte nur und meinte, er solle vielleicht mit naheliegenden Räumen anfangen - wie der Küche oder dem Stall. Aber für heute wäre es eigentlich auch schon genug. Es würde bald dunkel werden und damit auch Schlafenszeit. Sie schüttelte ihm sein Kissen auf, schaute zu wie er sich hinlegte und blieb bei ihm, bis er eingeschlafen war.

Am nächsten Tag fing Cara wirklich an mit ihm zu arbeiten und zu lernen. Die folgenden Tage waren dann alle sehr ähnlich und Shadow fühlte sich immer wohler. Am Morgen bekam er ein gutes Frühstück von den Menschen, dann kam Cara und sie erzählte ihm jeden Tag etwas Neues und Spannendes über die vielen verschiedenen magischen Wesen. Cara fing mit den bedeutenden Wesen an wie dem Weihnachtsmann, dem Osterhasen und den Einhörnern. Nie hätte Shadow vermutet, dass der Weihnachtsmann so wichtig war. Er war der Hüter des Gleichgewichts zwischen den magischen und nicht-magischen Wesen. Seine Geschenke sorgten dafür, dass auch die Magie verteilt wurde und zwar auch immer etwas an die ganzen Menschen - in Form von Glück, besonderen Momenten und Liebe. Und auch der Osterhase war so wichtig. Er war der Vermittler zu den Tieren und Pflanzen und seine Magie war heilend. Die Einhörner waren auch wichtig, sie speichrten noch uneife Magie, damit die keinen Schaden anrichten konnte.

Den meisten Spaß aber hatte Shadow am zweiten Teil des Vormittags. Da durfte er zaubern und in der Natur auch seine Späße machen. Cara lehrte ihn die Worte der Magie. Er konnte mit einem Gedanken und einem Wort so viel erreichen. Seine Mutter hatte ihm wirklich ganz vieles nicht beigebracht, das merkte er jetzt. Sie hatte auch nie etwas von den Wörtern gesagt - sie hatte ihm nur die Gedanken beigebracht. Aber mit den Wörtern war alles viel einfacher. Er konnte sich sogar schon perfekt im ganzen Haus hin - und herwünschen ... er kam immer an der richtigen Stelle an.

Manche dieser Zauber waren wirklich hilfreich auch für die Menschen. So sorgte jetzt Shadow immer für Feuerholz - er schaute einen dickeren Ast fest an, stellte sich vor, wie die kleinen Stücke davon neben dem Ofen liegen würden und murmelte nur DESPARTI. Und schon war für den ganzen Tag genug Holz kleingemacht ... nur ins Haus musste es noch gebracht werden. Auch um das Essen mussten sich die Menschen viel weniger sorgen. Wenn er sah, dass es nur eine Wurst für alle gab, dann schaute er sie fest an und stellte sich vor, sie wäre größer. dann sagte er nur MARE - und schon wurden sie alle satt. Nur einmal übertrieb er dabei. Er hatte sich vorgestellt, der ganze Boden des Hauses wäre mit dem leckeren Kuchen bedeckt und dabei musste er irgendwas gemurmelt haben ... jedenfalls haben nicht alle gelacht und Cara hat ihm auch nicht erlaubt, den ganzen schönen Kuchen einfach aufzuessen. Sie hat ihm gleich ein neues Wort beigebracht MIC und damit war der Kuchen dann wieder ganz klein.

 Shadow fragte sich aber auch, warum seine Mutter nicht auch solche Zauber genutzt hatte um sie alle satt zu bekommen. Es wäre doch enfacher gewesen, etwas größer zu machen, als Essen zu stehlen oder eben auf Koboldart zu beschafffen, indem sie etwas naders hinzauberte. Er fragte sich, ob seine Mutter vielleicht überhaupt nicht so gut zaubern konnte.

Er lernte auch, dass es Zauber gab, die nur Kobolde beherrschten und andere, die nur Elfen konnten. Um manche davon beneidete er Cara sehr. Sie konnte einen einfachen Ast erblühen lassen und Blüten in allen Farben des Regenbogens darauf verteilen - CULORI hatte sie gesagt. Als er das probierte wurden die Menschen im Haus erst blau, dann grün, dann gelb und zum Schluss rot. Und Cara musste einen Heilungszauber aussprechen um das zu beenden - wenigstens konnte Cara alle seine Zauber ungeschehen machen.

Aber natürlich musste er auch andere Sachen machen. Und so ging es nach den tollen Zauberstunden draußen dann auch wieder mit dem trockenen Lernen weiter. Jeden Tag musste er etwas in seinem Koboldhandbuch lesen und konnte Cara dann Fragen dazu stellen - wenn ihm keine Fragen einfielen, dann stellte Cara ihm Fragen. Sie wusste immer, was er gelesen hatte und sie ahnte oft auch, was er wissen wollte. 

Während dieser wunderbaren Tage fiel Shadow auf, dass sein Koboldhandbuch immer dicker wurde. Es schien so, dass es mit allem was er lernte immer mehr gab, was er noch lernen konnte. Eines Morgens lagen dann auf einmal zwei Bücher da - ein dickes und ein dünneres. Ganz aufgeregt rief er nach Cara. Die tauchte auch gleich auf und musste lachen, als sie den Grund für sein Rufen erfuhr. Sie erklärte ihm, dass er jetzt so weit sei mehr über die Magie zu erfahren. Daher wäre ihm jetzt auch der zweite Teil des Handbuchs erschienen. Ab sofort müssten Sie dann wohl mehr Zeit damit verbringen die magischen Worte zu lernen - und vielleicht weniger Zeit mit den Erzählungen über die magischen Wesen. Das enttäuschte Shadow sehr. So gerne er es mochte neue magische Worte zu lernen, genoss es doch sehr, wenn Cara ihm etwas über die vielen magischen Wesen erzählte. Sie konnte das Gefühl in einem wecken, dass es nicht nur eine Lehrstunde war - bei Cara dachte man immer, sie würde wirklich jedes magische Wesen persönlich kennen. Gerade jetzt waren sie mit den Einhörnern fertig und Cara wollte mit dem magischen Rat weitermachen.

Shadow wagte einen Einwurf: "Ich finde es aber so schön, wenn Du mir von den magischen Wesen erzählst!" Cara war jedoch nicht umzustimmen. Sie meinte nur, er könne ja in seinem Handbuch über die Wesen lesen und dann würde sie gerne mit ihm darüber reden und seine Fragen beantworten. Jetzt wäre Zeit für das Frühstück ... und weg war sie.



 


Freitag, 10. Dezember 2021

Weihnachtsgeschichte 2021 - Teil 5

 



"Lass uns vielleicht erst mit den Menschen hier im Haus anfangen und warum ich mit ihnen über Dich geredet habe!" sagte Cara und dann fing sie an zu erzählen. Hier lebten wohl besondere Menschen, denn nicht jeder könne magische Wesen sehen und nur ganz wenige könnten mit magischen Wesen sprechen. 

Cara erzählte, dass sie schon lange hier im Haus leben würde - schon bei den Großeltern der Frau hatte sie hier ihr Heim gefunden. Während sie so erzählte fühlte Shadow, dass sie traurig wurde. Er rückte etwas näher an Cara heran und fragte ganz vorsichtig: "Warum hast Du denn hier Dein neues Heim gefunden? Müssen Elfen auch bei Ihren Müttern ausziehen?" Cara schaute ihn ganz verwundert an - und er merkte, dass Sie überlegte was er wohl meinte. Dann hellte sich ihr Gesicht auf und sie erwiderte lächelnd: "Du hast also schon ein Kobold-Meisterstück vollbracht und musstest deshalb so früh von deiner Mutter weg. Das erklärt natürlich alles! Bei uns Elfen ist das ganz anders ... aber das erzähle ich dir später."

Und wieder sprach Cara von den Menschen hier im Haus. Von den Großeltern, den Eltern und der jetzigen Familie. Alle hatten die besondere Begabung mit magischen Wesen zu sprechen und so waren die Menschen einfach irgendwann zu Caras Familie geworden. Sie halfen sich gegenseitig und sie lebten miteinander. Shadow wunderte sich, denn er konnte sich nicht vorstellen was ein Mensch wohl für ein magisches Wesen tun konnte. Aber Cara erzählte so spannend, da hörte er lieber weiterhin zu und machte sich weniger Gedanken. Es ging um eine lang vergangene Zeit in der alle Wesen friedlich miteinander gelebt haben und jeder seinem Tagwerk nachging ohne dabei zu vergessen, dass man auch anderen helfen konnte. Shadow fühlte sich in eine andere Zeit versetzt.

Irgendwann hörte Cara mit ihrer Erzählung auf und schwieg einfach. Shadow merkte erst jetzt, dass er fast eingeschlafen war - und vielleicht hatte er auch den letzten Teil ihrer Erzählungen schon nicht mehr richtig mitbekommen. Das war ihm sehr peinlich. Aber Cara schaute ihn an und meinte nur, das wäre vielleicht für die erste Lehrstunde alles etwas zu viel gewesen.

Dann schlug sie ihm vor, künftig die Tage etwas strukturierter zu verbringen. Morgens plante sie ihm erst etwas über die unterschiedlichen Wesen beibringen, danach wollte sie ihm in der Natur helfen seine Zaubereien zu verbessern. Außerdem war es seine Aufgabe jeden Tag etwas im Koboldhandbuch zu lesen, was sie dann nach dem Mittagessen mit ihm durchsprechen würde - wenn er Fragen hätte. Shadow fand die Idee sehr gut - denn so war er sicher, dass er nicht so lange alleine war. Er fühlte sich in der Nähe von Cara wohl und das wollte er so lange wie möglich haben.

Aber da erinnerte er sich, dass sie ganz am Anfang gesagt hatte, sie wollte ihm erklären, was es mit den Menschen hier im Haus auf sich hatte und warum sie über ihn geredet haben. Also fragte er vorsichtig noch mal nach: "Die Menschen im Haus meiner Mutter haben uns Kobolde überhaupt nicht bemerkt und geredet hat da auch keiner mit uns. Nur manchmal habe ich sie schimpfen hören, wenn ich einen kleinen Streich gemacht habe oder wenn meine Mutter etwas zu essen für uns besorgt hat. Nur Reste haben die uns in den Stall gegeben - davon konnten wir alle nicht wirklich satt werden. Warum sind die Menschen hier so anders?" Cara schien nachzudenken, was sie dazu sagen konnte. 

Sie meinte dann, dass es vielleicht für den ersten gemeinsamen Tag doch zu viel sei und er einfach erstmal hinnehmen müsste, dass es so ist. Sie sagte ihm was am wichtigsten für das Zusammenleben war. Die Menschen würden ihm gerne jeden Tag sein Essen geben und auch seine Milch. Er solle nur keinen zu großen Schabernack in Haus anstellen. Alles andere würde er im Lauf der Zeit lernen und auch herausfinden.

Wirklich zufrieden war Shadow damit nicht, aber er merkte, weitere Fragen würden hier nicht helfen. So sagte er nur, dass es vielleicht an der Zeit wäre, noch etwas in seinem Koboldhandbuch zu lesen, damit er auf den nächsten Tag und die ersten Unterrichtsstunden auch vorbereitet war. Cara musste lächeln und nickte ihm zu, dann verschwand sie wieder. Und Shadow hatte keine Ahnung, wo sie war - irgendwann musste er mal nachfragen, wo denn ihr Rückzugsort war.

Schnell vertiefte er sich in sein Buch und suchte nach den ältesten Geschichten die er finden konnte. Er wollte mehr erfahren über die Zeit von der Cara ihm erzählt hatte. Aber beim Durchblättern fand er nichts davon, so überlegte er schon, ob das vielleicht gar keine echte Geschichte war, die sie ihm da erzählt hatte. Er wollte das Buch schon zuklappen, als ihm etwas in Auge fiel "Über die Zeit vor der Zeit". Das hörte sich doch alt an und lange her - so blätterte er zu der Seite. Zu seiner Überraschung stand dort nur ein kurzer Text: In der Zeit vor der Zeit lebten alle Wesen freidlich zusammen und teilten sich alles. Jeder half jedem und es gab keinen Streit, keinen Neid und keine Unterschiede. Jeder konnte etwas Besonderes und nutzte diese Fähigkeit. Als aber die Zeit kam, änderte sich alles und die Unterscheidung und Bewertung der Wesen fing an. Das betraf magische und nicht-magische Wesen. auch der Glaube an die Magie wurde weniger - es ist eine dunkle Zeit. Aber es ist prophezeit, dass sich bald alles ändert und die neue Zeit beginnt.

So ein kurzes Kapitel hatte er in seinem Koboldhandbuch noch nie gesehen - und eines, dass so wenig aussagte und doch so verwirrend war. Vielleicht hatte Cara wirklich recht und er sollte sich gedulden. Schon wollte er weiter durch das Buch blättern, da hörte er die Menschenfrau nach ihm rufen. Vorsichtig lugte er um die Ecke. Sie sah ihn auch gleich und fragte ganz freundlich: "Willst Du vielleicht ein Stück von meinem ganz frischgebackenen Kuchen und ein Glas Milch? Dann komm doch mit in die Küche zu uns." Sie drehte sich um und ging einfach. Shadow war sich nicht sicher was er jetzt tun sollte. Kuchen kannte er nur aus Erzählungen seiner Muter, die hatte davon geredet als gäbe es nichts Besseres auf der Welt. Aber so ganz ohne Cara zu den Menschen gehen, das traute er sich nicht wirklich. Wobei ein Glas Milch jetzt auch prima wäre - dann hätte er auch mehr Energie zum Lernen. Er sprach sich selbst Mut zu und machte sich ganz vorsichtig auf den Weg in die Küche. Je näher er kam, desto mehr stieg ihm ein ganz köstlicher Duft in die Nase - so musste der Himmel wohl duften. Kurz vor der Küchentüre hielt er noch mal an, holte tief Luft und nahm seinen ganzen Mut zusammen ... dann trat er ein. Die zwei Menschen saßen am Tisch und schauten ihn freundlich an. Die Frau stand auf und holte etwas. Dann bückte sie sich neben ihren Tisch und stellte es dort ab. Als Shadow genauer hinschaute, erkannte er, dass sie wohl für ihn einen kleinen Tisch mit einem Hocker gebaut hatten - auf dem Tisch stand ein Glas Milch und das daneben war wohl der Kuchen. Vorsichtig ging er hin und sog den guten Geruch weiterhin ein. Da hörte er das dröhnende Lachen des Mannes, der meinte: "Dein Kuchen schmeckt nicht nur gut - er muss ganz besonders duften. Hörst Du wie unser kleiner Kobold den Duft einsaugt?" Shadow wurde ganz verlegen, er hatte nicht gedacht, dass man merken würde wie intensiv er schnupperte. 

Schon hörte er aber auch die sanfte Stimme der Frau, die ihrem Mann sagte, dass Shadow vielleicht noch keinen Kuchen kannte oder keinen, der so roch. Er solle den Kleinen nicht verunsichern, dass wäre nicht nett. Dann bückte sie sich kurz zu ihm herunter und meinte nur "Lass Dich nicht ärgern und genieße Deinen Kuchen. Ich freue mich, wenn es dir schmeckt!"

Shadow nahm ganz vorsichtig ein Stück in den Mund und da wusste er sofort, was seine Mutter gemeint hatte. Kuchen war etwas ganz Besonderes und er freute sich, dass er ein schönes Stück davon für sich alleine hatte. Er ließ sich jeden weiteren Bissen genussvoll auf der Zunge zergehen - und er war sehr glücklich darüber, dass er dieses Haus gefunden hatte. Er war sicher, wer so etwas Gutes herstellen konnte, der musste wirklich ein besonderer Mensch sein. Er hatte das letzte Stück des Kuchens gegessen und leckte gerade noch die Krümel von seinem Teller, da hörte er wieder das dröhnende Lachen des Mannes "Dein Kuchen ist so gut, der kleine Kerl leckt sogar seinen Teller ab. Wahrscheinlich hat er noch Hunger. Gib ihm lieber ein zweites großes Stück - er soll ja auch noch wachsen."

Shadow schaute ganz vorsichtig nach oben. Die Menschenfrau schaute zu ihm runter - da hielt er seinen Teller hoch und fragte mit dünner Stimme "Kann ich wirklich noch etwas davon haben?" Die Frau lachte und nahm seinen Teller. Er dachte schon, der Mann hätte nur einen Witz gemacht - aber da kam die Frau zurück und gab ihm seinen Teller wieder mit noch einem großen Stück von dem köstlichen Kuchen. Er nahm es und fing gleich wieder an zu essen. Da hörte er das sanfte Geräusch, dass immer anzeigte, das Cara irgendwo aufgetaucht war. Sie stand vor ihm und schaute ihn erwartungsvoll an. Da er nicht sicher war, was sie wollte, fragte er vorsichtig "Möchtest du etwas von meinem Kuchen? Der ist so gut, so etwas Gutes habe ich noch nie gegessen"

Jetzt lachte Cara laut und meinte nur, er könne seinen Kuchen ruhig alleine essen. Aber es wäre nett, wenn er sich bei der Menschenfrau wenigstens für das zweite Stück bedanken würde. Auf die Idee wäre er nie gekommen - aber Cara hatte schon recht. So streckte er den Kopf etwas hoch und sagte ganz artig noch Dankeschön. Jetzt drehte sich auch Cara um und schaute die Frau an und meinte Kann ich bitte auch noch ein Stück Kuchen habe? Ich wollte ja schon früher zurück sein, aber ich musste so viele Umwege machen." Shadow fiel auf, dass die Menschen gleich viel besorgter aussahen. Und der Mann fragte dann auch gleich, ob alles gut gegangen sei. Cara beruhigte ihn und meinte nur, es hätte wohl keine Probleme geben, aber sie hätte auf dem Rückweg ein ungutes Gefühl gehabt und sei deswegen nicht direkt von dem Treffen wieder hierher gekommen.

Gerne hätte Shadow gefragt, was für ein Treffen und was überhaupt los war - aber er dachte, wenn er nur still zuhören würde, dann würde er vielleicht auch etwas herausfinden.