Freitag, 31. Dezember 2021

Grüße noch im alten Jahr


Das alte Jahr neigt sich rasant dem Ende zu - es war kein besonderes Jahr, irgendwie ist es einfach so "durchgelaufen". Wobei es schon einige Momente gab, über die ich mich sehr gefreut habe. Und bei manchen hätte ich mir vielleicht noch bewusster die Zeit zum Genießen nehmen sollen.

So habe ich mir für das neue Jahr doch mal wieder ein paar gute Vorsätze eingepackt:

Ich will  mir mehr  Zeit nehmen - für alles, was mir gerade wichtig erscheint. Mich mehr über Kleinigkeiten freuen. Mit meinen Hunden wenigstens ab und zu mal völlig ausflippen. Viel Lachen. Etwas Neues ausprobieren. Die Natur genauer beobachten. Barfuss durchs Watt laufen - und zwar nicht erst im Hochsommer.

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr - dazu Glück, Gesundheit, Freunde und Familie ... eben alles Wichtige!

Freitag, 24. Dezember 2021

Weihnachtsgeschichte 2021 - Teil 12

 



Shadow erschrak richtig, als der Weihnachtsmann ihn ansprach und fragte: "Willst Du mich nicht begleiten? Du hast Weihnachten gerettet und wer könnte in diesem Jahr besser dafür geeignet sein, Geschenke und etwas Magie an einige Menschen zu verteilen als Du?" Shadow freute sich sehr darüber, aber trotzdem spürte er, dass noch etwas fehlte und jetzt wusste er auch, was es war. Es gab doch einige Menschen, die auch ohne Geschenke weiter an die Magie geglaubt hätten. Und die hätten auch viel zur Rettung von Weihnachten beigetragen. Es wäre doch nur richtig, diese auch dafür zu belohnen - aber natürlich wäre es auch falsch, andere Menschen nicht zu beschenken, nur weil es durch die ganze dunkle Zeit nicht genug Geschenke und Magie für alle Menschen  gab. Shadow spürte in ihm die Angst, dass so der Glaube an die Magie nicht ausreichend wachsen würde.

Mittlerweile war auch Cara mit dem Kobold-Herrscher dazugekommen. Sie hatten Shadow zugehört und sie verstanden, was er meinte. Der Weihnachtsmann versprach ihm, er würde die Geschenke und die Magie so gerecht wie möglich verteilen - aber natürlich wusste auch er, dass nicht jeder etwas bekommen konnte. Aber er hoffte, bis zum nächsten Weihnachtsfest würde alles besser werden - und er sagte, auch Shadow müsse fest daran glauben. Shadow glaubte dem Weihnachtsmann - auch wenn so ein ganz kleines merkwürdiges Gefühl noch in seinem Herzen war. Besonders Cara spürte das und wollte ihm so gerne helfen. Um ihn etwas aufzumuntern gab sie ihm einen kleinen Beutel von ihrem Elfenstaub und erklärte ihm: "Das ist zwar kein Geschenk, dass Menschen sehen können und es ist auch keine Magie, die sie erleben können - aber es wird etwas Licht in den Weihnachtstag bringen."

So stieg Shadow mit dem Weihnachtsmann in den Schlitten und sie fuhren los und fingen an die Geschenke zu verteilen. Da war es plötzlich wieder - das merkwürdige Gefühl im Herzen als sie sich einem Haus näherten. Shadow wusste es genau, hier lebten Menschen, die immer an die Magie geglaubt hatten, obwohl sie schon lange keine mehr erlebt hatten. Er wollte Ihnen wenigstens etwas Elfenstaub geben - und wie er ein Staubkorn herausnahm, da fing sein Herz wieder an zu strahlen. Der Elfenstaub schimmerte jetzt nicht nur golden sondern auch rötlich und ohne genau zu wissen, warum  er es tat pustete er das Staubkorn zu den Menschen ins Haus und murmelte nur "CAINE" - so verteilte er an alle besonderen Menschen ein besonderes Geschenk, ohne zu wissen was es wirklich war. Aber er fühlte in seinem Herzen, dass es so richtig war.

Auch bei dem Haus seiner Menschen machte er es so - denn auch sie hatten immer an die Magie geglaubt. Sie hatten Cara und auch ihn versorgt und beschützt. Und auch für sie hatte der Weihnachtsmann kein Geschenk. Shadow hoffte, dass wenigstens seine Gabe den Menschen Freude machen und den Weihnachtstag aufhellen würde. Bald hatten er und der Weihnachtsmann alles verteilt und sie machten sich auf den Rückweg zum Nordpol. Shadow war schon fast eingeschlafen, als sie dort ankamen. Aber es war eine schöne Müdigkeit, er fühlte sich glücklich und war sicher, dass er jetzt alle Aufgaben erfüllt hatte. Cara lies ihn auch schlafen und erst als er am nächsten Morgen aufwachte, da kehrte sie mit ihm zu den Menschen zurück.

Wie verändert wirkte das Haus - obwohl eigentlich alles aussah wie immer. Cara und Shadow hörten die Menschen fröhlich lachen und sie spürten so viel Liebe. Als sie in die Küche kamen, da erkannten sie auch den Grund: ein fröhlicher Hund tollte durch die Küche und brachte die Menschen zum Lachen. Und so war es in allen Häusern, in denen Shadow sein besonderes Geschenk hinterlassen hatte. Überall dort lebten jetzt Hunde - geschaffen aus Elfenstaub und einem Koboldherzen. Wunderbare Lebewesen, die den Menschen die Magie der Liebe und Freude jeden Tag zeigen ... und manchmal auch den Schabernack, den nur ein Kobold machen kann :)

Frohes Fest!

Mittwoch, 22. Dezember 2021

Weihnachtsgeschichte 2021 - Teil 11

 


Shadow starrte in ein merkwürdiges Gesicht aus Steinen, Holz und Bart. Das musste ein Troll sein. Dieser schaute ihn genau an und lachte dann laut: "Was haben wir denn hier erwischt - das muss ein Wichtel sein. So klein und mickrig - der wollte wohl vor uns warnen!" Da reichte es Shadow, es platze aus ihm heraus: "Ich bin ein Kobold - und wenn ihr es genau wissen wollt, ich bin der Schattenkobold - und wenn ihr mich nicht sofort runterlasst, dann wird es euch schlecht ergehen." Aber das löste nur noch lauteres Lachen aus. 

Darüber war Shadow aber eigentlich ganz froh. Das Lachen war so laut, dass mussten im Haus doch auch der Weihnachtsmann, Cara und der Koboldherrscher hören. Die würden sicher gleich auftauchen und ihm helfen ... aber nichts passierte. Der eine Troll schaute ihn jetzt noch neugieriger an und meinte zu seinem Freund, er hätte sich den Schattenkobold ganz anders vorgestellt. So viel Energie seiner Trolle hätte er mit der Suche verschwendet, dabei wäre das ja nur ein Winzling, den er einfach wegschleudern könnte. Aber vielleicht würde er ihn auch so lange behalten, bis er die Magie der Weihnacht ganz zerstört hätte - nur zur Sicherheit. Dann holte er aus einem Beutel einige große Steine. Die warf er rund um das Haus des Weihnachtsmanns. Als er bemerkte, dass Shadow ihn anschaute, erklärte er ihm: "Mit diesen magischen Steinen und meinem Zauber werde ich eine unüberwindbare Mauer um das Haus bauen. Alle die darin sind werden für immer gefangen sein und die Weihnachtsmagie wird endlich aufhören!"

Shadow wurde ganz schlecht vor Angst - es war doch seine Aufgabe das zu verhindern, wenn er denn wirklich der Schattenkobold war. Aber er hatte keine Idee und gerade jetzt konnte er auch keinen klaren Gedanken fassen. Ihm fielen so viele Zauber ein, aber welcher wäre jetzt der Richtige? Es wäre einfacher, wenn sie nicht gerade hier wären  ... das war es. Er würde sich einfach mit den Trollen an einen andern Ort wünschen.  Er versuchte sich zu konzentrieren - es musste einfach klappen. "ACOLO" - laut sprach er es aus und er dachte an sein Heim ... aber da waren auch die Menschen, die wollte er ja auch nicht in Gefahr bringen. Und wie immer, wenn er abgelenkt war, klappte der Zauber überhaupt nicht.

Die Augen von Shadow füllten sich mit Tränen - er war einfach nutzlos und as Geschenk an ihn war reine Verschwendung gewesen. Er hatte nichts erreicht und er konnte niemanden schützen, geschweige denn die Trolle aufhalten. Er sah vor seinem inneren Auge den Weihnachtsmann der ihn so liebevoll und gütig in den Arm genommen hatte. Er sah Damon, den alten kautzigen Herrscher der Kobolde, der ihn unterrichten wollte und bei dem er sicher noch viel über Schabernack hätte lernen können. Und er sah Cara  - mit ihrem liebevollen Blick, ihren sanften Geräuschen und dem besonderen Geruch. Der Gedanke an sie erfüllte sein ganzes kleines Koboldherz - niemand war ihm so vertraut und keiner hatte sich so um ihn bemüht. Der kleine Kobold merkte, wie sich sein Herz mit diesen Gedanken füllte ... es wurde rot und groß und es wurde warm. Der Troll merkte das auch und ließ ihn fallen. Shadow fühle den Sturz nicht - er dachte nur noch daran, dass Cara sich so gut um ihn gekümmert hatte. Daran, wie verängstigt er am Anfang gewesen war und wie sie ihm half. Er dachte an die Menschen, die so gut zu ihm waren ... und sein Herz füllte sich immer mehr mit Liebe, bis es sogar anfing zu glühen und zu strahlen.

Die Trolle konnten ihren Blick nicht von dem kleinen Kobold abwenden - und sie sahen, wie sich aus ihm heraus ein rotes Strahlen verbreitete. Über sie hinweg, über alle Berge, Seen, Wälder - in alle Täler und Höhlen ... einmal um die ganze Welt. So plötzlich, wie es gekommen war, endete es auch wieder. Shadow öffnete die Augen und war ganz benommen. Er hatte keine Ahnung, was gerade passiert war. Er sah nur die beiden Trolle vor sich, der eine hatte noch immer ein paar Steine in der Hand. Aber er tat es nicht. Langsam sanken die Steine auf den Boden. Die Trolle schauten einander an, als wüsten auch sie nicht, was passiert war. Sie schauten zu Shadow, aber ganz friedlich und neugierig: "Wer bist Du denn und was machst Du hier? Das ist doch das Haus vom Weihnachtsmann und nur wir Trolle und die Elfen dürfen hier sein."

Shadow war ganz überrascht, früher hatten die Trolle dem Weihnachtsmann geholfen - aber doch schon viele Jahre nicht mehr. Hatten die Beiden das vergessen? Während er noch überlegte, was er sagen sollte, da tauchte der Weihnachtsmann auf und umarmte ihn. "Kleiner Kobold, es geht Dir gut! Hast Du dieses strahlende rote Licht gesehen? Es sah magisch aus." Dann bemerkte er die beiden Trolle und schreckte zurück. Die beiden schauten ihn verwundert an - sie verstanden nicht, warum der Weihnachtsmann sich vor ihnen erschrecken sollte. Sie alle spürten, wie die Erde wieder anfing zu beben - aus allen Richtungen kamen Trolle angelaufen und entschuldigten sich, weil sie so spät zur Weihnachtsarbeit erschienen. Keiner wusste mehr, dass es den Streit gegeben hatte.

Da tauchte der Koboldherrscher mit der Mutter von Shadow auf. Auch sie hatten das magische rote Leuchten gesehen und sie hatten es verstanden. Das große Herz von Shadow und seine Liebe hatten das Wunder geschafft, die Prophezeiung erfüllt. Aller Groll und alles Vergangene wurde den Trollen aus dem Gedächtnis gelöscht - dieses Jahr konnte wird wieder ein Weihnachten voller Magie und Geschenken werden. Shadow konnte es nicht glauben, er hatte eigentlich nichts gemacht - nur gefühlt. Und noch immer sah er Cara nicht. Während die anderen sich freuten und die Trolle mit den Elfen in der Werkstatt verschwanden um die Geschenke fertig zu stellen - da wurde sein Herz schon wieder schwer. Vielleicht war Cara doch etwas passiert, sie wäre sonst doch sicher schon hier und würde sich mit ihm freuen. 

Da hörte er es - das sanfte Geräusch. Und er sah den Elfenstaub ... und da kam Cara, mit den Menschen. Alle freuten sich, dass der kleine schwarze Kobold das Weihnachtsfest gerettet hatte und Magie, die mit diesem Fest verbunden ist. Nach dem großen Jubel und den vielen Glückwünschen hatte Shadow endlich auch Zeit mit Cara zu sprechen. Sie war sehr stolz auf ihn und schämte sich auch etwas. Sie hatte gedacht, er müsse so viel wie möglich lernen und die Prophezeiung mit Hilfe der Magie erfüllen. Deswegen hatte er so viel lernen müssen. Aber er hätte sie gelehrt, dass es Liebe viel wichtiger ist als jede Magie.

Alle waren glücklich und halfen jetzt mit, schnell die ganzen Geschenke einzupacken und sie vergaßen auch nicht etwas Magie. Aber irgendwie fühlte Shadow, dass seine Aufgabe noch nicht beendet war. Er zog sich zurück und legte sich in den großen Sessel des Weihnachtsmanns. So schnell war alles gegangen - in ihm wirkte die Magie noch immer nach. Sein Herz glühte innerlich noch und wieder fühlte er die Unsicherheit. Jeder dachte, er hätte alles gerettet, aber er fühlte, dass es noch nicht so war. Nur konnte er nicht sagen, was noch fehlte.



Montag, 20. Dezember 2021

Weihnachtsgeschichte 2021 - Teil 10

 


Cara gab ihm einen sanften Kuss und meinte, es wäre wohl besser, Shadow würde jetzt erstmal größer werden und auch seine Koboldzauber lernen. Sein Lehrer würde auch gleich kommen. Gemeinsam mit dem Weihnachtsmann rief Cara dann aus "APAREA Damon" und mit einem lauten Zischen tauchte auch schon ein alter hutzeliger Kobold auf: "Ihr Beiden habt mich ganz ungünstig gerufen. Ich habe gerade einen Troll verjagt. Der war schon sehr nah hier am Haus. Die werden mutiger!" Erst als er sich umschaute, entdeckte der Kobold auch Shadow. 

Fragend schaute Shadow Cara an, sollte das sein Lehrer sein? Cara stellte die beiden einander vor: "Damon - Herrscher der Kobolde, das ist Shadow. Shadow, dass ist der Herrscher der Kobolde. Er wird Dich unterrichten." Shadow machte noch größere Augen. Dieses hutzelige alte Männchen sollte der Herrscher der Kobolde sein? Das konnte doch nicht stimmen. Shadow hatte sich immer einen viel größeren und stattlicheren Kobold vorgestellt. Dieser hier war ja sogar kleiner als seine Mutter. Der alte Kobold spürte wohl, was in Shadow vorging und meinte nur, die Größe eines Körpers würde nichts über die Größe der Magie und die Menge an Erfahrungen sagen. Außerdem wäre es für einen Kobold sicher viel einfacher ihm etwas beizubringen - schließlich dürfte da auch der Schabernack nicht zu kurz kommen. Den bräuchten Kobolde nämlich wirklich - ein guter Streich war wie eine Aufladung der Magie. Es wäre jetzt an der Zeit, dass Shadow mehr über die Magie der Kobolde erfahre und es gäbe keinen besseren Ort als bei ihm. Vorsichtshalber sollten sie alle aber noch etwas hier bleiben, nur um sicher zu sein, dass die Trolle sie auf dem Heimweg nicht stören würden.


 

Cara stimme zu und wolle sich um etwas zu essen kümmern. Mit ihrem sanften Geräusch verschwand sie und ließ Shadow mit dem Weihnachtmann und dem Kobold alleine. So ganz wohl war Shadow dabei nicht. Besonders als der Weihnachtsmann anfing, dem Koboldherrscher zu erzählen, dass Shadow versucht hatte mit einem Dispare die Dunkelheit zu vertrieben. Der Koboldherrscher lachte laut und meinte nur, dass käme davon, wenn man eine Elfe einen Kobold unterrichten lässt. Shadow würde bei ihm in den Koboldhöhlen bald alles lernen. Vielleicht würde es dann schon beim nächsten Weihnachtsfest klappen. Shadow hatte noch nicht darüber nachgedacht - aber in den Koboldhöhlen würde ja bedeuten, dass er nicht mehr bei Cara war. Bei dem Gedanken wurde sein Herz ganz schwer und er hatte das Gefühl, er müsse etwas sagen, damit die beiden wussten, wie sehr Cara sich bemüht hatte mit ihm: "Ich bin doch noch ein so kleiner Kobold - Cara kann nichts dafür, dass bei mir immer alles schief geht. Sie kann mich doch noch weiter unterrichten. Wenn es dann wirklich nicht klappt, dann kann ich doch noch immer zum Koboldherrscher gehen!"

Bevor einer der beiden antworten konnte, tauchte Cara mit Plätzchen, Kuchen und Milch auf - und bei dem leckeren Geruch waren sich alle schnell einig, erst wird gegessen, dann wird weiter geredet. Schweigend kaute Shadow ein Plätzchen - es war zwar ganz köstlich, aber die Aussicht auf eine Trennung von Cara machte es ihm unmöglich zu genießen. Überhaupt, er war sich ganz sicher, dass hier alle sich irrten. Wahrscheinlich war der Schattenkobold jemand anderes. Den sollten sie besser suchen und ihn in Ruhe lassen - bei Cara und den Menschen. Die Menschen, die so nett zu ihm waren, waren jetzt alleine und schutzlos den Trollen ausgeliefert. So viel ging ihm durch den Kopf - er sollte dort sein und bereit für die Verteidigung seiner Familie. Er merkte es selbst - seine Familie, dazu gehörten die Menschen und auch Cara. Wie sollte er denn auf alle aufpassen, wenn er nicht dort war. Diese blöden Trolle und die dumme Prophezeiung, die machten ihm alles kaputt. Er wurde richtig wütend und ohne dass es ihm klar war, murmelte er ACOLO .. ohne überhaupt ein richtiges Ziel zu haben.

Cara, der Weihnachtsmann und der Koboldherrscher waren erschrocken - Shadow verschwand vor ihren Augen. Sie fühlten, dass er sich in Gefahr begab und sie mussten ihn suchen. Jeder von ihnen ging einen anderen Weg. Cara ging zurück zu den Menschen, in der Hoffnung dorthin wäre Shadow gegangen. Der Weihnachtsmann ging zu den anderen Elfen und bat sie, mit ihrer Magie nach Shadow zu suchen. Der Koboldherrscher ging zur Mutter von Shadow - sie musste doch spüren, wo ihr Sohn war.

Shadow fand sich zu seinem Schreck in einer frostigen weißen Landschaft wieder, die er noch nie gesehen hatte. Warum nur war er hier - und wie hatte er sich an diesen Ort wünschen können, wenn er ihn nicht kannte? Er beschloss, sich umzuschauen. Vielleicht würde es ja eine Erklärung geben. Während er noch überlegt, in welche Richtung er gehen sollte, da spürte er, wie der Boden bebte und er hörte laute Stimmen "Bist Du sicher, dass der Schattenkobold auch dort ist? Dann könnten wir endlich Schluss mit allem machen!"  Eine andere brummige Stimme antwortete: "Ich bin ganz sicher, ich habe gehört, wie der Koboldherrscher weggerufen wurde, weil der Weihnachtsmann und die Elfenkönigin mit dem Schattenkobold am Nordpol sind."

Schnell duckte Shadow sich in den Schnee. Er war sicher, dass hier zwei Trolle auf dem Weg zum Weihnachtsmann waren. Darum war er hier, er sollte das mitbekommen und dann alle warnen. Als er die Stimmen nicht mehr hörte und auch die Erde nicht mehr bebte von den Schritten der Trolle - da dachte er an das Haus des Weihnachtsmanns und sagte ACOLO ... und nichts passierte. Das musste ja so sein. Wenn er am dringendsten gebraucht wurde, dann versagte er. Aber seine Angst um Cara und die anderen war groß - also rannte er los. Vielleicht würde er die Trolle ja irgendwie überholen können und dann doch noch das Schlimmste verhindern. So schnell war er noch nie gerannt - und er wunderte sich, woher er die Richtung wusste. Aber es blieb keine Zeit zum Nachdenken - er rannte einfach weiter. Am Beben der Erde merke er, dass er in der Nähe der Trolle war und als das Beben schwächer wurde, da wusste er, dass er die Trolle überholt hatte. Vor sich sah er auch schon ein Haus, er war ganz sicher, dass es das richtige Haus war. Dort war Cara. Er wurde etwas langsamer, denn er wollte ja nicht durch die Türe rennen. Als er eben dabei war die Türklinke anzufassen, da wurde er von einer mächtigen Hand ergriffen und hochgehoben. 


Samstag, 18. Dezember 2021

Weihnachtsgeschichte 2021 - Teil 9


 

 Also suchte er die passende Stelle und vertiefte sich wieder in sein Buch.

Die Trolle wurden immer unverschämter. Wenn sie eine Elfe trafen, dann beraubten sie diese einfach so ihrer Magie. Auch wenn die Elfe sich erholte, es dauerte immer einige Zeit. Wenn die Trolle auf Kobolde trafen, die bei den Menschen lebten, dann pflanzten sie in die Seele der Menschen Misstrauen und Angst. So wurden viele Kobolde nicht mehr in den Häusern geduldet und sie wurden immer schlechter von den Menschen versorgt. Daher wollten immer mehr Kobolde nicht mehr so eng mit den Elfen und dem Weihnachtsmann zusammenarbeiten. Der Herrscher der Kobolde aber drängte sie immer wieder, denn nur so wäre auch ihre Magie zu retten. Dann kam das schlimmste Weihnachtsfest - die Trolle stahlen fast alle Geschenke und die Kobolde konnten sie nicht aufhalten. Selbst der Weihnachtsmann war hilflos. 

 Gemeinsam mit dem Kobold-Herrscher und der Elfenkönigin beschloss er, einen letzten Versuch zu unternehmen, die Magie zu retten. Dem letzten magischen Geschenk fügte jeder von Ihnen einen Teil seiner eigenen Magie bei. Dieses besondere Geschenk schleuderten Sie weit hinaus mit einem Zauber belegt - wer es öffne, der möge den Schatten der Dunkelheit wegziehen und die Magie wieder erstrahlen lassen. Sie wussten, sie hatten jetzt alles getan und es gab keine Magie mehr zu verteilen. Ihre Hoffnung lag auf dem unbekannten Empfänger des Geschenks. Die gesammelte Magie müsste einfach etwas bewirken.

Das Geschenk landete in einem Koboldhaushalt - und wurde dort von einem kleinen schwarzen Kobold geöffnet. Die Trolle haben das auch herausgefunden - und von da an hassten sie die Kobolde noch mehr. Sie suchten jetzt den kleinen Kobold, weil sie Angst hatten, der Zauber könnte sich erfüllen. Sie nannten ihn den Schattenkobold - weil sie hofften, wenn sie ihn fänden, dann würden sie das neue Erstrahlen der Magie verhindern können und die dunkle Zeit würde bleiben.

Was für eine Geschichte - unglaublich. Shadow zitterte am ganzen Köper. Er hoffte, die Trolle würden den kleinen Kobold nicht finden. Es wäre für Cara, den Weihnachtsmann und die anderen Kobolde sicher toll, wenn es diesen Schattenkobold wirklich geben würde und der die Dunkelheit verschwinden lassen könnte. Und wieder sprang er auf, fuchtelte mit seinen Armen herum und rief "DISAPRE Dunkelheit - ich bin der mächtige Schattenkobold und ich lasse Dich verschwinden!"

Da ertönte ein lauter Glockenschlag und vor ihm stand Cara - mit dem Weihnachtsmann. Beide schauten sich ganz erschrocken an und Cara bückte sich und hielt Shadow den Mund zu. "Verrückter kleiner Kobold! So weit bist Du noch nicht - und so wird es wohl auch nicht funktionieren." Shadow schaute ganz erschrocken - was hatte er jetzt wieder angerichtet, dass sogar der Weihnachtsmann hier auftauchte? Sein Schreck wurde nicht kleiner, als der Weihnachtsmann laut dröhnend lachte "Cara, da hast Du aber wirklich keine leichte Aufgabe übernommen. Der kleine Kobold hält Dich sicher auf Trab!" dann meinte er nur, es wäre wahrscheinlich besser, nicht hier zu bleiben. Bei ihm am Nordpol seien sie alle besser aufgehoben. Shadow schaute nur von einem zum anderen und schon wurde alles ganz verschwommen und als es wieder klar wurde, da war er an einem ganz anderen Ort. Der Weihnachtsmann schaue ihn an und meinte dann nur, hier wäre es jetzt sicher. Die Trolle wären zwar sehr wagemutig, aber sein Haus hätten sie immer in Ruhe gelassen.

Er setzte sich dann in einen großen Sessel am Kamin und nahm Shadow in seine Arme, bevor er anfing zu erklären: Als er, die Elfenkönigin und der Kobold-Herrscher ihr besonders magisches Paket auf seine Reise schickten, da hatten sie alle gehofft, dass ein Mensch oder ein Magier das Geschenk erhalten würden. Keiner von Ihnen hätte gedacht, dass ein kleiner Kobold es öffnen würde. Aber ändern konnten sie es nicht und so hätten Sie beschlossen, den Kleinen zu beobachten und auf ihn aufzupassen. Das war aber sehr schwierig, denn der Kleine war nicht nur ein Kobold, er war auch ein Tollpatsch. Sie alle hatten keine Idee, wie er die Prophezeiung erfüllen sollte. Und als er dann noch viel zu früh sein Meisterstück vollbrachte, da war es eher ein Zufall, dass er sich genau in das Haus zurückzog, dass auch die Elfenkönigin bewohnte. Seit dann hatte die Elfenkönigin mit dem kleinen Kobold gearbeitet und versucht ihm möglichst viel beizubringen. Aber sehr erfolgreich wäre sie damit nicht gewesen. Dabei schaute der Weihnachtsmann Cara an und zwinkerte ihr kurz zu.

Jetzt war der Weihnachtsmann still und beide schauten Shadow an - der musste über alles nachdenken ... und dann sprang er auf und rief: "Ihr denkt ich bin der Schattenkobold? Das kann nicht sein." Und während er noch darüber nachdachte, da fiel ihm etwas anderes ein - wenn die Beiden dachten, er wäre der Schattenkobold, dann würde das ja bedeuten, Cara wäre die Elfenkönigin. Er schaute fragend zu ihr hoch - und da sah er auch die Veränderung. Die kleine Krone, die goldenen Flügel, das glitzernde Haar ... ganz anders als bisher. Nur Ihre Augen, die hatten sich nicht verändert - und ihr wunderbares Lachen, das er jetzt wieder hörte. Sie meinte nur, er hätte ihr viel Arbeit gemacht - und auch Sorgen. Sie hätte immer versucht, ihn vorsichtig an alles heranzuführen und ihm viel beizubringen, denn es ging schon wieder auf Weihnachten zu und sie hatte gehofft, die Prophezeiung würde sich in diesem Jahr schon erfüllen. Aber mittlerweile wären sie sich alle einig, das würde noch dauern. An den letzten zwei Tagen vor dem Fest würde wohl nichts mehr passieren, was noch helfen könnte.