Montag, 10. September 2018

Die Geschichte von Laika - Teil 2

Schon bei unserer Rückkehr aus dem Weihnachtsurlaub merkten wir, dass es Laika nicht wirklich gut ging - sie röchelte etwas und musste Husten. so kam es, dass wir an Sylvester einige Zeit in der Tierklinik verbachten. Laika hatte eine Lungenentzündung und wir wurden mit Antibiotikum und Schleimlöser versorgt.

Man erkennt schon die leichte Rötung unter den Augen

Zum Glück bekamen wir das gut in den Griff - nur Durchfall, den behielt Laika noch lange nach Absetzen des Antibiotikums bei. Mit unserem Tierarzt brauchte es einige Wochen, bis hier Besserung eintrat.

Trotzdem ging es uns allen soweit gut, Damon und Laika wuchsen immer mehr zu einem Team zusammen. Wir lernten neue "Eigenheiten" von Laika kennen und waren immer wieder begeistert, wie entspannt dieser Welpe doch war und wie pflegeleicht.

Die Beiden - ein Traumpaar


Dann kam der Tag als mir auffiel, dass Laikas Augen irgendwie gereizt wirkten - das Fell um die Augen schien dünner zu werden. Zeitgleich erinnerte ich mich daran, dass wir im Tierheim ja noch den Test auf Mittelmeerkrankheiten ausstehen hatten. Das Testergebnis zog uns erstmal den Boden unter den Füßen weg: Leishmaniose. Wir bekamen die ersten Tabletten noch vom Tierheim und viel Informationsmaterial. Ein Wochenende verging mit Lesen, Nachdenken, Pläne schmieden und vielen traurigen Gedanken.
Dann fuhren wir zu unserem Haustierarzt um jezt die möglichen weiteren Schritte zu besprechen. Dieser war von der Diagnose total geschockt und konnte es auch nicht glauben, Er hatte schon viele Hunde mit Leishmaniose behandelt - und er zweifelte an, dass Laika wirklich daran erkrankt war. So machten wir bei ihm einen weiteren Test.

Nach einigen bangen Tagen kam das Ergebnis: Leishamniose negativ. Jetzt war unsere Verwirrung groß und auch unser Tierarzt lies zur Sicherheit einen weiteren Test durchführen ... mit dem selben Ergebnis.

So ein besonderer Welpe
Uns fiel ein Stein vom Herzen - aber damit war noch nicht geklärt, was Laika denn jetzt hatte und warum ihr Fell um die Augen herum nicht mehr gut aussah. Unser Tierarzt hatte eine Idee und die stellt sich als richtig heraus: Laika hatte Demodikose.

Wir bekamen eine Adresse für eine auf Hautkrankheiten spezialisierte Ärztin und dann ging es los.
Ein Tag mit Hautgeschabseln, Blutentnahmen, Abklatschungen und anderen Untersuchungen kam und danach war es sicher: Damodikose. Es gibt hier unterschiedliche Formen ... wir bekamen einigeZeit später die Diagnose, dass es sich bei Laika um die erblich bedingte generalisierte Demodikose handelte.
Wir hatten nur Glück. dass wir so früh alles entdeckt hatten - trotzdem wurde die Zeit jetzt schwer und anstrengend.

Dieser Blick!

Falls ihr mal nachlesen wollt, hier findet ihr einen recht guten Link dazu. Unsere erste Aufgabe war es, Laika scheren zu lassen, damit wir alle Stellen am Körper mit einer Lotion waschen konnten die betroffen waren.
Das Problem an der Demodikose ist neben den Demodex-Milben die durch diese Viecher entstehenden Veränderungen in den Haarbälgen - damit kommt es meistens auch zu sekundären Entzündungen ... diese brauchen wieder Antibiotika.

Frisch geschoren - bereit für die Therapie

Die nächsten Wochen waren schwer und die Behandlung war für Mensch und Hund eine Tortur - jeden zweiten Tag Waschungen, mehrere Tabletten pro Tag und immer viele entzündete Stellen am ganzen Körper  ... alles was ein Welpe sicher nicht braucht um sich gesund zu entwickeln. Laika hate immer wieder Durchfälle, die Giardien tauchten wieder auf, sie hatte immer mal Fieber und sie nahm kaum zu. Wir fieberten dem nächsten Termin entgegen - in der Hoffnung, es würde bald besser werden.

Leider erfuhren wir dann, dass uns alle diese Probleme wohl sehr lange - vielleicht auch für immer - begleiten würden. Außerdem war die Prognose nicht so sehr gut, denn Laika war schon als Welpe unterversorgt gewesen und ihr Immunsystem war sehr angegriffen - jede neue Entzündung, jeder Infekt verschlechterte ihren Zustand extrem.

Man sieht die vielen entzündeten Stellen - und die Stellen ohne Haare

Das war der Moment wo wir entschieden, es Laika so angenehm wie möglich zu machen und uns vorrangig um ihre Gesundheit zu kümmern, dafür zu sorgen, dass sie keine Schmerzen hatte und über Erziehung und ähnliches nicht mal mehr nachdachten.

Kommentare:

  1. Das muss ein richtiger Schock gewesen sein. Die arme Laika musste in so jungen Jahren schon so viel durchmachen. Ich kann verstehen, dass die Erziehung einem erst Mal völlig egal ist. Als Leona an der Bauchspeicheldrüse erkrankte war mir auch nicht danach streng mit ihr zu sein. Und bei Memory lassen wir auch alle Fünfe gerade sein.
    Liebe Grüße
    Auenländerin

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    1. Das war wirklich ein Schock. Wobei wir am Anfang noch froh waren, dass es nicht Leishmaniose war - aber mit der Demodikose hatten wir dann auch lange zu kämpfen.
      Ich glaube, in diesen Situationen kann man nur das Wohlergehen des Tiers im Auge haben ... Alles andere hat dann Zeit.

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  2. Was für eine Ungerechtigkeit, jawohl ja, ein so schnuseliger Hund und so eine Erbe.
    Fein wie ihr mit der Situation ungegangen seid.
    Wauzt Ayka

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    1. Laika hatte es in ihren ersten Lebensjahren nicht leicht ... aber wir haben unser Möglichstes getan.

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  3. Was für eine Geschichte, die mich vor allem auf das Tierheim wütend sein lässt. Wie kann man Halter mit falschen Diagnosen so ängstigen. Wenn Ihr nicht so gewissenhaft gewesen wäret und Euch Tierarzt nicht diesen besonderen Riecher gehabt hätte. Ich weiß leider zu genau, wie man mit einem kranken Hund lebt, welche Prioritäten es dann gibt. Hauptsache dem Hund geht es gut und er hat keine Schmerzen, egal, was man dafür tun muss und wie es einem selber dabei geht.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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    1. Das Tierheim könnte eigentlich nichts dafür ... die haben ja auch nur den Befund des Labors weitergegeben. Wir sind nur froh, dass es sich nicht bestätigt hat.
      Du kannst Dir sicher vorstellen, wie schwierig die Zeit war. Ist bei euch ja auch schon so lange so.

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  4. Zum Glück kenne ich eure Geschichte schon. Aber das muss damals echt ein Schlag gewesen sein. Ich weiß noch, dass du mir super mit deinen Erfahrungen geholfen hast, als der Hund meiner Freundin mit der Demodikose kämpfen musste. Dem gut es übrigens seit der richtigen Behandlung auch rundum gut und er hat sich wunderbar erholt :-)
    liebe Grüße
    Sandra und Aaron

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    1. Für uns war es echt schwer ... besonders, bis wir wirklich damit umgehen konnten und eine wirksame Therapie hatten.
      Es freut mich, dass ich helfen konnte.

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  5. Hui, Laika hatte es wirklich erwischt. :-( (Ich muss gestehen, dass ich beim ersten Foto auch als erstes an Leishmaniose gedacht habe. Ist die Frage, was von den beiden Krankheiten das kleinere Übel gewesen wäre...)
    Liebe Grüsse
    Nadine mit Ciarán

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    1. Da hast Du natürlich recht - damals waren wir froh, dass es keine Leishmaniose ist. Heute kann ich sagen, dass Demodikose auch keine gute Diagnose ist und schwer und langwierig zu behandeln.

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  6. Das tut mir so leid. Laika hatte einen sehr schwierigen Start. Zum Glück hatte sie bei euch ein liebevolles Zuhause gefunden. Ihr habt dafür gesorgt das für Laika diese schlimme Krankheit erträglich wurde. In solchen Situationen ist natürlich an Erziehung nicht zu denken. Uns ging es ja mit Lotte auch so. Sie erkrankte ja als sie ein Jahr war und von da an ging auch nur darum, ihr zu helfen.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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    1. Bei Laika haben wir die erste Diagnose (Leishmaniose) mit etwas über vier Monaten bekommen und dann mit der Demodikose-Behandlung ca. 6 Wochen später angefangen. Ich denke, Hundeleute können gut verstehen, dass es in solchen Situationen einfach nur darum geht dem Hund zu helfen ... alles andere ist dann nicht so wichtig!

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  7. Liebe Isabella,
    Es ist eigentlich kaum nachzuvollziehen, was Ihr und Laika durchmachen müsstet. Ich hätte da auch an keine Erziehung gedacht.Trotzdem würde aus Laika ein Traumhund. Die Fotos sind sooo süß.
    So manch einer hätte sicher aufgegeben, ein dickes Kompliment, dass ihr alles für Laika versucht habt.
    Liebe Grüße Heidi

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    1. Wir sind aber auch sehr froh, dass Laika so war wie sie war - durch ihre ruhige Art hat sie vieles für uns alle sehr viel leichter gemacht. Trotzdem hätten wir ihr natürlich gerne einiges erspart!

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