Mittwoch, 28. November 2018

Wahrgewordener Albtraum

Ich zittere noch immer, wenn ich an den letzten Donnerstag denke - und bin froh, dass alles gut ausgegangen ist (die Info mildert für euch schon mal den Schreck!).

Wir wollten abends noch schnell ein paar Kleinigkeiten einkaufen in Heide. So packten wir die Hunde ins Auto und fuhren gegen 17 Uhr los. Wie immer auf dem Weg machten wir unseren Gassi-Halt an einem Feldweg, der von der Landstrasse abzweigt. Ich hatte die Strecke hier schon mal vorgestellt.

Es war um die Zeit natürlich schon dunkel und so ungefähr sah mein Blick aus:

Das Bild ist vom selben Abend - aber später am Deich entstanden

Mit meiner Stirnlampe und den Hunden an der Leine lief ich fröhlich los ... allerdings nur ca. 50 Meter. Da raschelte etwas neben uns im Graben, Cara sprang mal in die Leine und war im Dunklen verschwunden.

Mir wurde schlagartig schlecht, meine Knie wurden weich und mein Kopfkino fing an zu arbeiten: Da war sicher ein Tier, Cara ist kaum vom Jagen abzuhalten, die Hauptverkehrsstrasse keine 50 Meter entfernt, die Autobahn zwar einige Kilometer ... aber wenn der Jagdinstinkt an ist! Ganz bewusst versuchte ich das jetzt auszublenden!
Warum war der Hund eigentlich weg - die Leine hatte ich doch in der Hand?! Ich schaute runter und sah, dass der Karabiner fehlte.

Einmal tief durchatmen und ein fröhliches "Caralein ... komm hier" in die Dunkelheit geflötet. Shadow war total irritiert - wo war seine Cara und was war mit Frauchen?! Er saß wie festgetackert auf seinem Hintern (und ich überlegte derweilen, ob wohl seine Leine einem Sprung jetzt auch nachgeben würde - sah schon zwei Hunde auf der Jagd ..)!

Ganz bewusst das Kopfkino wieder ausgeschaltet und unseren Rückruf laut rausgebrüllt "Cara - venga aquí"! Nach gefühlten Minuten ... aber wohl tatsächlichen Sekunden sah ich im Schein meiner Lampe Cara auf mich zu rennen ... und dann an mir vorbei - aber nur für einen knappen Meter. Das war ein Verbremser. Sie kam zu mir, setzte sich hin und ich konnte die kaputte Leine im Halsband einfädeln.



Nach der Aufregung ging es erstmal zurück ins Auto - ich habe tief durchgeatmet, wir sind einkaufen gefahren und dann auf dem Heimweg eine Runde an den Deich (genau darum habe ich immer Ersatzleinen und Halsbänder im Auto)!

Ich habe jetzt auch die zweite Leine entsorgt - die sind gleich alt und baugleich ... und ich wollte kein Risiko eingehen. Hier gibt es ja noch einige Leinen ... wobei ich natürlich doch überlege, mal neue zu kaufen - denn mit den Jahren wird ja auch das beste Material nachgiebiger.

Zum Glück ist nichts passiert - aber der Schreck steckte tief! Gab es bei euch mal so eine Situation? Wie habt ihr reagiert?

Kommentare:

  1. Autsch du grüne Neune, Frauchen ist ganz bleich geworden, beim lesen deines Berichtes. Gut dass es so gut ausgegangen ist. Als gut einjähriger Hund bin ich einmal im Wald ausgebüxt und eine gefühlte Ewigkeit nicht zurückgekommen - ich glaub da ist meinen Menschen in etwa das gleiche durch den Kopf gegangen wie dir Isabella.
    Die Idee mit den neuen Leinen ist, jetzt wo es dunkler ist bei den Bummels, sicher eine gute Tat.
    Ganz liebe Grüsse von Ayka

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    1. Kaum zu glauben, dass Du auch mal so ganz alleine unterwegs warst - für uns Menschen ist das wirklich schlimm!
      Ich bin echt am überlegen, ob ich ganz neue Leinen kaufen soll ... denn alle hier vorhandenen sind ja auch schon ein paar Jahre alt - auch wenn die meisten noch stabil aussehen!

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  2. Was für ein Schreck. Ich kann mir vorstellen, was dir alles durch den Kopf ging.
    Als Leo noch nicht so lange bei uns war, ist er mir einmal abgehauen und war für 45 Minuten ungefähr nicht zu finden. Ich war kurz darvor heim zu gehen und zu schauen, ob er vielleicht nach Hause gelaufen ist als er mit großem Grinsen aus dem Wald kam. Keine Ahnung, was er da gemacht hat, aber er hatte wohl Spaß. Ich nicht ganz so viel. Zum Glück ist das seither nie wieder passiert.
    Liebe Grüße
    Auenländerin

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    1. Zum Glück war es bei uns wirklich nicht lange und Cara ist toll zurückgekommen ... aber der Schreck sitz ja trotzdem tief (aber nur bei mir - Cara sah auch zufrieden aus)!

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  3. Zum Glück ist alles nochmals gut gegangen! In solchen Situationen hat man plötzlich sehr viel Fantasie...
    Bei ihren wilden fünf Minuten ist einmal Zingaras Halsband kaputt gegangen. Mit dem improvisierten Leinenhalsband habe ich Blut und Wasser geschwitzt als ich über die Hauptstrasse musste.
    Liebe Grüsse
    Nadine mit Ciarán

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    1. Gut zu verstehen - bei solchen Improvisationen hat man ja immer ein mulmiges Gefühl. Wie gut, dass auch bei euch alles gehalten hat damals!

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  4. Ach du liebe Güte, ich konnte das gerade sehr nachvollziehen und bin echt froh, dass es so glimpflich ausgegangen ist. Gerade im Dunkeln muss das furchtbar sein - nicht zu wissen, in welche Richtung der Hund gerannt ist und dann noch eine Landstraße in der Nähe - gruselig! Uns ist so etwas ähnliches auch schon passiert. Wir gingen gerade über die Straße, als sich das Halsband von Moe von allein öffnete. Glücklicherweise waren wir schon fast über die Straße rüber, dennoch war auf der anderen Seite ein Hund in der Nähe, den Moe nicht leiden konnte. Meine Sorge war also eher: Was ist, wenn Moe sich jetzt direkt auf den anderen Hund stürzt? Aber hier habe ich Moe falsch eingeschätzt: Er war so irritiert, dass er nicht mehr an der Leine war, das er sich prompt zu mir umdrehte und ich ihm provisorisch die Leine als Halsband umbauen konnte. :-D Das Halsband wurde übrigens direkt aussortiert.

    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Ich kann mir gerades das Gesicht von Moe bildlich vorstellen - so plötzlich ohne Halsband war ja auch für ihn sicher merkwürdig. Wie gut, dass und die Hunde mit Ihren Reaktionen oft auch positiv überraschen!
      Wir hatten die Scahe mit einem selbstöffnenden halsband bei Cara auch schon mal ... beim Wälzen im Gras ist es einfach abgefallen. Damals war es zum Glück nicht schlimm ... sie war ohne Leine unterwegs und beim Spielen mit Damon. Und das Halsband konnte ich wieder befestigen für den Heimweg - danach ist es gleich aussortiert worden!

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  5. Hallo
    Da hattes du noch mal glück gehabt. Das kenne ich auch, ich habe selber einen Hund wo das passiert ist, Gott sei dank Kamm er wieder. Daher habe ich ein neues halsband gekauft



    Liebe grüße
    Chester

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  6. Oh mein Gott… Ich verstehe Dich so gut… Mir wäre auch das Herz in die Hose gefallen. Gerade die Dunkelheit macht es ja um ein Vielfaches gefährlicher. Man sieht Cara ja kaum. Zurecht hast Du die alten Leinen weggetan. Mir war aber die Materialnachgiebigkeit gar nicht bewusst. Gut zu wissen. So trennt man sich doch leichter von alten Leinen.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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    1. Ich habe hier in den letzten Tagen doch vieles aussortiert ... denn daran, dass auch Material altert habe ich nicht wirklich gedacht. Jetzt haben wir nicht mehr so viele Leinen vorrätig und auch bei den Halsbändern und Geschirren hat es Luft gegeben - vieles hier war ja auch wirklich schon über 10 - 15 Jahre alt ;)

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  7. Ich hatte so einen Schreck bekommen, als ich die Überschrift gelesen hatte.

    Ja, mir ist so was ähnliches auch schon passiert, allerdings keine gerissene Leine, sondern Frau fleischgewordener Jagdtrieb (auch als Nelly bekannt) hatte sich unter dem Zaun durchgebuddelt! Mein Garten ist etwas dschungelartig, so dass ich es nicht gleich mitbekommen habe, Socksi hat mir das Loch gezeigt, wo sie raus ist, das war so klug von ihm. Zum Glück war sie hinten raus, wo Treibhäuser und verwilderte Wiesen sind, aber auch von dort hätte sie zur Straße laufen können. Ich also panisch gerufen, und im hohen Gras saß sie -- pitschnass. Sie muss in einen Graben gesprungen sein, vielleicht auf Entenjagd, sie war völlig durch den Wind. Dieser Ausbruch war so ein Schock, seitdem lasse ich sie im Garten nicht mehr aus den Augen. Mal gemütlich eine halbe Stunde im Gartensessel sitzen und ein Buch lesen, das gibt es nicht mehr, Nelly wird nun mit Argusaugen bewacht. Es ist aber auch ein krasser Unterschied: Im Haus lässt sie mich so gut wie nie aus den Augen, ist fast immer in meiner Nähe, aber draußen, sobald etwas nach interessanter Jagdbeute riecht ...

    LG von der Monstermeute

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    1. Eine kleine Aubrecherkönigin also ... die muss man wirklich gut im Auge behalten. So ein Erlebnis verändert schon die Sichtweise etwas.
      Bei uns ist es auch ählich - im Freien bin ich zwar auch interessant ... aber nur, wenn nicht anderes interessanter ist ;)

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  8. Ohje, jetzt habe ich mich echt erschrocken. Ein Glück das Cara zurück gekommen ist. Im Dunkeln konntest du sie ja gar nicht mehr sehen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie du dich gefühlt hast. Emma war schon zweimal allein unterwegs. Einmal war das Halsband kaputt und beim zweiten Mal war sie läufig und war aus dem Geschirr geschlüpft. Aber da war es hell, ich wusste wo sie lang gelaufen ist und konnte sie wieder einsammeln. Trotzdem kam in mir Panik auf. Im dunkeln ist das alles viel schlimmer.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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    1. Im Hellen ist das schon schlimm genug - besonders, wenn die Hündin dann noch läufig ist. Wie gut, dass Du sie wieder einsammeln konntest.
      Bei der Dunkelheit war ich mir auch nicht sicher, ob der Rückruf wirklich klappen würde und ob es sich überhaupt lohnt zu rufen ... von daher war ich froh, dass Cara so brav zurückgekommen ist!

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  9. Uiuiui....
    DIESE Situation kann ich mir sehr gut vorstellen und dein Gefühlschaos.
    Ja mit der Hayka war es so:
    Wie immer ohne Leine auf den Feldwegen spaziert. Eine Schafweide. Hayka die Nase an den Elektrodraht. Vor Schrick über den Zaun IN die Weide gesprungen. An einem Abhang. Ich überlege, wie kommt sie da wieder raus. Klar, den Zaun ausschalten, der Schalter aber oben am Abhang. Ich keuch, keuch, keuch.... Schalter aus.. Ich in die Weide, Hundi anlocken und beide wieder über den Zaun. Angst, die Schafe könnten folgen, so neugierig wie sie sind. Ich den Hund parkiert, zum Schalter gelaufen un ON. Inzwischen Hayka Fersengeld und abgezischt. Rufen, Pfeifen in allen Tonarten wirkungslos. Also schlotternd heimwärts. Und da steht sie. Alleine über die Hauptstrasse, das Bahngleis. Blase an der Pfote. Mir wird immer noch schlecht wenn ich an diese Geschichte denke.
    LG Trudy

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    1. Das war sicher auch ein furchtbares Erlebnis - besonders, der ganze Heimweg ... so viel Zeit sich die schlimmsten Gedanken zu machen. Da warst Du sicher erleichtert, als Hayka vor der Tür stand.
      Es gibt wirklich ein paar Geschichten, die sofort wieder das flaue Gefühl im Magen erzeugen - und die gehört sicher dazu!

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  10. ach herrje,
    ja das ist hier auch mal passiert,es war mein erster Winter ich war noch kein Jahr alt und es war Dämmerig,
    hinter unserem Haus ist jede menge Feld und Wald...und auch eine Landstraße
    meine beiden Herrschaften übten mit mir ohne Leine bei Fuß,
    einen Moment der Unachtsamkeit der beiden und ein Kaninchen später,
    war Frauchen die Auflösung in Person und Herrchen der zum Glück immer die Ruhe selbst ist - rief nach mir,ich war so außer Atem als ich wieder bei meinen Leuten ankam,war ganz schön schnell das Kaninchen...

    ♥Taliska

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    1. So ähnliches haben wir ja schon mit unseren Hunden erlebt - zum Glück vorher immer bei Tageslicht und in nicht so "gefährlichen" Gegenden. Du hattest sicher Deinen Spaß bei der Jagd nach dem schnellen Kninchn ;)
      Nur gut, dass Dein Herrchen ruhig geblieben ist und Du auch wieder gekommen bist.

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  11. Liebe Isabella,
    obwohl du gleich am Anfang geschrieben hast, dass alles gut ausgegangen ist, hatte ich beim Lesen ein flaues Gefühl im Magen. Ich mußte auch an deine Flexileine denken...
    Ja, ich habe natürlich auch solche Situationen der TOTALEN Angst erlebt und es sind auch immer ALLE gut ausgegangen. Aber die Schlimmste Situation war so:
    Ich stehe mit meinem 10 Wochen alten Doggen Rüden Derry an der Strasse im Ort, damit er Auto's etc kennen lernt. Er wuchs in CZ in einem "Hunde KZ" auf. Als ich ihn mit 9 Wochen holte, waren in einer Hütte, die ringsum einen m Auslauf hatte,
    die Mutterhündin und 8 Welpen :'( Er kannte also NICHTS.
    Die Auto's düsten vorbei und langsam kam er aus der Hocke hoch und hatte 0 Angst. Gerade, als ein dicker LKW dicht an uns vorbei bretterte, wollte Derry mutig über die Strasse laufen und der Karabiner ging genauso, wie Deiner, in die Brüche. Irgendwie griff ich geistesgegenwärtig in sein Fell....
    Liebe Grüße Heidi

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    1. Das mit Derry war ja noch furchtbarer - wie gut, dass Du so reagiert hast.
      Ich glaube, wir haben mit fast jedem Hund so ähnliche Situationen erlebt ... aber es bringt einen immer wieder zum Zittern.

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  12. Ach herrje... ja wirklich ein Moment den man echt nicht braucht!!! (Das erinnert einen daran, doch regelmäßig das ganze Zeugs zu prüfen)
    Hier sind schon 2 Leinen und ein Halsband gerissen... zum Glück jedes mal in der Hundeschule...

    Schlabbergrüße Bonjo

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    1. An die regelmäßige Reinigung und Pflege denke ich immer - aber an Alterung habe ich nie gedacht.
      Wie gut, dass es bei euch in der Hundeschule passiert ist.

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